Agence Future Reisetagebuch 3.3: Afrika - Thies und St-Louis
Wir fuhren die 70 Kilometer von Dakar nach Thies in den Autos zweier Belgier mit, die in Dakar leben. Sie brachten uns zu der Familie von jungen Freunden, die wir schon auf einigen musikalischen Nächten getroffen hatten, auf denen wir uns in Dakar amüsiert hatten.
Es war der Tag des Tabaski Festes. Als wir ankamen, waren die Schafe bereits geschlachtet worden, und das Essen wurde gerade zubereitet. Kleine Kinder spielten im Hof, und die größeren Kinder sowie die Erwachsenen probierten unsere Fahrräder aus.
In den Tagen nach der Feier erzählten uns der älteste Sohn der Familie, Mamadou, und sein bester Freund, Matar, von der Rolle von Kommunikation und IT in ihrem Leben. Sie hatten sich die Basiskenntnisse über Computer angeeignet, und Mamadou suchte über das Internet nach einer Ehefrau während Matar einen Traumjob in der Hauptstadt fand, für den IT Kenntnisse benötigt wurden.
In Saint-Louis wohnten wir bei einer anderen Familie eines jungen Mannes. Mor Diop kennt sich ziemlich gut mit Computern aus. Er hat Videotechnik studiert, und er ist stolz darauf, diese Arbeit an der Universität von Dakar auszuüben. Sein Vater hatte sich sehr bemüht, daß alle seine Söhne, und sogar seine Töchter, studieren konnten. Einige wurden Maschinenbauer, andere arbeiteten in einem lokalen Geschäft oder in der Zuckerfabrik landeinwärts.
Die Töchter heirateten und wurden Hausfrauen, aber zumindest konnten sie Französisch sprechen, im Gegensatz zu ihren Schwägerinnen (die Ehefrauen der älteren Brüder), mit denen die Kommunikation für uns nicht einfach war. Mors Ziel für die Zukunft ist es, sich in seinem Beruf weiterzubilden und zu spezialisieren, seine Freundin zu heiraten und mit ihr in die Hauptstadt zu ziehen. Sein älterer Bruder Arun möchte Geschäftsmann werden, während es das Hauptziel einiger seiner jüngeren Brüder ist, zum Arbeiten nach Europa zu gehen.
Saint-Louis verschaffte uns einen unerwarteten Einblick in internationales Marketing: eines Abends kam ein Lastwagen in der beliebten Nachbarschaft an, wo Mors Familie lebt. Er brachte eine Bühne mit, einige Gerüste, Tafeln und Lautsprecher. Musik und ein rappendes Duo schienen für diesen Abend eine musikalische Party anzukündigen. Aber weit gefehlt, es sollte eine Werbeveranstaltung werden.
Das letzte Produkt, das hier angepriesen wurde, war Western Union. In einem kleinen Amateursketch wurden die Vorteile der Geldüberweisung in sehr deutlichen Worten erläutert. Der Schwerpunkt war der, daß, falls dein großer Bruder in Europa lebt, er dir mit Western Union das Geld für dein Tabaskischaf senden kann. Du wirst dir einen schönen, großen Widder kaufen können und mußt dich nicht mit einer mageren Ziege begnügen - dank Western Union und deinem Bruder, der hart in Italien arbeitet. Der Abend endete mit einer Masse an Jugendlichen, die rhythmisch in Wolof, der Nationalsprache des Senegal, riefen: WES-TERN U-NI-ON FOR MO-NEY TRANS-FERS. Gutes Material für Soziologen.

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