Liegerad Hauptseite Suche Produktwegweiser Kontakt zum Liegeradhersteller
HP Velotechnik Logo des Herstellers von Liegerad, Dreirad und trikes Hier liegen Sie richtig! (auf einem Liegerad oder Liegedreirad von HP Velotechnik)
blauer Balken

Navbar

Produkte: Liegerad und Zubehör Shopping Service Über uns
Portrait
Neuentwicklungen
Pressespiegel
Presse-Service
Stellenanzeigen
Agence Future
Die Website
Nutzungsbed.
Impressum

Kontakt

Konfigurator:
Konfigurator

Schnellsuche:

Folgen Sie uns:
Facebook YouTube Google+


Agence Future Logo

Hauptseite

Die Idee

Reisetagebuch

Warum die Gt?

Pressespiegel

Infoblatt-
download


Agence Future Logo 1.2: Ägypten - Die Sinaiwüste

Die Räder in den Bus zum Sinai zu verladen war sehr kniffelig. "Nein, nicht auf das Schaltwerk legen!", aber wie sagt man das auf Arabisch?

Wir hatten fast eine Stunde auf dem staubigen Parkplatz gewartet, wo Menschen, die unsere Fahrräder zum ersten Mal ohne Sitze und mit schiefem Lenker sahen, heftig darüber diskutierten, wie diese Maschinen funktionierten.

Die Street Machine Gt als Testrad in Ägypten Die Liegeräder hätten genauso gut Raumschiffe sein können. Einer machte das Geräusch eines Motors nach. Wir schüttelten die Köpfe und zeigten auf unsere Beine: "Das ist der Motor!". Indem wir einen Fuß nach oben nahmen und mit deutlichen Gesten zeigten, wie wir mit den Händen unter den Hüften lenken, demonstrierten wir, wie unser ganzer Stolz wirklich funktioniert.

Als wir die Räder nach der langen Busfahrt von Kairo wieder fahrtüchtig machten, hatten wir viele Zuschauer. Erwachsene Männer, die wie Kinder über die Vorstellung lachten, wie wir auf diesen Maschinen sitzen würden. Während Bram sich auf die Arbeit konzentrierte und die Aufregung um uns herum ignorierte, benutzte ich die wenigen arabischen Wörter, die ich kannte, um herauszufinden, wie wir zum Zentrum kommen würden, und um den Lobesworten der ägyptischen Männer zuzustimmen, die unsere Maschinen begutachteten.

Ich benutzte sogar den letzten Satz, den Bessaam mir vor unserer Abreise in Kairo mitgegeben hatte: "Laß mein Fahrrad in Ruhe!" Zu viele interessierte Hände hätten die Street Machine beinnahe umgeworfen. Die Überraschung über diese zwar unbeholfen aber effektiv ausgesprochenen Worte Arabisch war größer als die Neugier und Bram konnte ungestört weiterarbeiten.

Street Machine Gt auf dem Weg in die Wüste Eine halbe Stunde später radelten wir unter einer Vielzahl von "Yallah" und "Goodbye"-Rufen los - die Freude an der Liegeradposition des Publikums schien mindestens genauso groß wie unsere eigene.

Die ersten sechs Kilometer in der Wüste von der Bushaltestelle zu unserem Bett für die Nacht waren eine absoluter Genuß. Nachdem wir im Bus über acht Stunden eingezwängt gewesen waren, kam es uns nun sehr entgegen, daß wir uns zurücklehnen, ausstrecken und dabei unsere Beine bewegen konnten.

Maya auf der Street Machine Gt Das nächste, was wir uns wünschten, war ein gutes Bett, und wir fanden eines bei "Safetyland" (Sicheres Land), eine Hütte, die ihre ägyptischen Besitzer ohne beabsichtigte Ironie so genannt hatten.

Nachdem wir einen Tag in Sharm ash Shaykh an der äußersten Südspitze der Sinaiwüste mit Tauchen verbracht hatten, brachen wir nach Dahab auf, 120 Kilometer weiter nördlich an der Küste des Golfs von Aqabah. Die ersten 20 Kilometer fuhren wir auf einer großen zweispurigen Zufahrtsstraße zum örtlichen Flughafen. Es war ein sehr schwieriger Start, zu viel Gegenwind, zu viel Hitze, zu viele Autos und LKWs, die uns anhupten, als seien wir eine arabische Hochzeitsgesellschaft.

Auf dieser harten Strecke trafen wir drei Italiener mit Mountainbikes, die T-Shirts mit dem Aufdruck "Sinai '99" zur Schau trugen. Die jungen Männer hatten kein Gepäck, nur für jeden eine Flasche Wasser. Nach einer kurzen Unterhaltung verschwanden sie bald vor uns am Horizont.

105 Kilometer später bei Sonnenuntergang sollten wir sie wieder treffen: Während wir uns am Ende eines langen Tages einen längeren und steileren Hügel heraufquälten, wurden wir von ihrem Versorgungsfahrzeug überholt. Die Räder waren auf dem Dachgepäckträger und lautes Rufen erscholl aus den Fenstern. Da war ich noch Stolz, daß ich mich den Berg heraufarbeitete... Nicht viel später sollte ich meinen Stolz herunterschlucken und um eine Mitfahrgelegenheit für die letzten zehn Kilometer des Tages bitten.

Aber zunächst sollten wir die Wüste noch kennenlernen. Am Ende der geschäftigen Hauptstraße stieg ich kurz von meinem Rad ab, um etwas zu trinken zu holen. Als meine Füße den Boden berührten, spürte ich, wie meine Fußgelenke zitterten. Das Zittern stieg die Unterschenkel hoch in die Knie, weiter über die Oberschenkel schließlich in Brust und Kopf. Ich fühlte mich, als würde mein ganzes Inneres zittern, zu viel Adrenalin durch irgendwelche LKWs, die uns zu nah überholten, oder war es ein Nebeneffekt vom Zeitreisen?

Nach dem Verkehr, den Luxushotels und den Service-Stationen an der Hauptstraße, traf uns die schattenlose Küstenebene des Sinai hart. Die uniforme Landschaft war gesprenkelt mit Berggipfeln, die eher an Überreste von Maulwurfshügeln erinnerten denn an die biblischen Berge, die ich erwartet hatte. Trockenheit, Staub, Hitze.

Mein Mut brauchte sich sehr schnell auf, und wenn ich nicht aufpaßte, würde ich mir dazu noch meine Nase verbrennen. Ich vertrug die Bedingungen nicht besonders gut, und der Gegenwind schien jede gerade Strecke in eine Bergstrecke zu verwandeln.

"Mir ist zu warm. Ich muß verrückt sein. Hier gibt es nichts und niemanden. Ich muß diesem brennenden Stern da oben entkommen." Tränen stiegen in mir auf, und begleiteten mich während der ganzen vierten Stunden unserer Fahrt. Bram war besorgt und schlug vor, eine Pause zu machen, aber ich konnte mir nicht vorstellen, je anzuhalten, nicht bevor wir einen Platz gefunden hatten, an dem wir abkühlen konnten. Wenn nötig, würde ich den ganzen Tag nicht ausruhen, nicht, bevor ich nicht das einzige und endgültige Ziel erreichte: ein schattiges Plätzchen.

Lang ersehnter Schatten für Maya Nur 15 Kilometer weiter erschien schließlich ein einzelner Baum, einer von diesen typischen regenschirmförmigen. Die Landminen, vor denen man uns gewarnt hatten, schienen uns nicht länger ein Problem, und wir überquerten die 20m lange Strecke von der Straße zum Baum mit einem großen Gefühl der Erleichterung. Wir tranken etwas Wasser, aßen ein wenig, ruhten uns aus und verteilten eine neue Schicht Lichtschutzfaktor 35 auf jedem Stückchen unserer blassen mitelleuropäischen Haut, das herausschaute.

Wo Bäume sind, sind auch Menschen. In der Wüste hat jeder dieselben Bedürfnisse, Schatten und Wasser, und wo Bäume sind, gibt es gewöhnlich beides. Nur einige Kilometer von unserem lebensrettenden Regenschirm entfernt gab es ein kleines Beduinencamp, und am Straßenrand ein flaches, überdachtes Zelt mit einer kleinen hölzernen Konstruktion an der Seite.

Endlich: Ein Kiosk mitten in der Wüste Eine Flasche Mineralwasser und eine Kiste mit Erfrischungsgetränken vor dem Zelt zeigten uns an, daß dies die Raststätte war, die wir wirklich brauchten. Hier erfrischten wir uns mit wundervollem Tee, ein wenig Bohnen und Brot, die uns der alte Mann abgab, jeder mit einem Getränk und vor allem mit der Sonne in den Augen des Mannes. Ich weiß nicht einmal, ob sich seine Mundwinkel bewegten, aber seine Augen glühten vor lauter strahlenden Funken, und ab und zu blitzte er uns mit diesen Augen an, öffnete sie weit, hob die Augenbrauen und strahlte uns warm an.

Die nächsten 40 Kilometer vergingen wie im Flug, die Bergspitzen waren näher an die Straße gerückt und der Wind war weniger grimmig. Eine leicht abwärts geneigte Strecke vermittelte uns das Gefühl, daß wir es bis Dahab schaffen würden trotz des fürchterlich langsamen Starts. Wir gönnten uns eine kurze Pause, nach der alles wieder schlimmer wurde.

Die Wüste wird immer hügeliger Die Landschaft wurde immer hügeliger, die Bergstrecken länger und schwieriger, und als die Sonne unterging, mußten wir die Fahrradlampen einschalten. Jeder Hügel wurde zur Herausforderung, zur letzten, wie ich mir immer wieder hoffnungsvoll vorstellte.

"Da Dahab an der Küste liegt und wir viel bergauf geradelt sind, muß doch alles in einer schönen Strecke den Berg hinunter enden" überlegte ich. Aber am Fuß des Hügels, den wir gerade bewältigt hatten, war nur der nächste Hügel und ich wußte, daß das Schmerz bedeutete.

Nach 110 Kilometern stellte sich heraus, daß der erste Tag genau 10 Kilometer zu lang war. Dies war das erste und letzte Mal, daß ich auf der Street Machine Schmerzen hatte, aber es war so schlimm, daß wir beschlossen, ich sollte mich für die kommenden Tage schonen. Wir hielten den nächsten Pick-Up an, der mich sicher einige Kilometer vor Dahab absetzte, wo ich auch nicht lange warten mußte, bis Bram angeradelt kam.

Lesen Sie mehr über Agence Futures Erlebnisse in Ägypten:

<< 1.1: Ägypten - Kairo | Übersicht | 1.3: Ägypten - Dahab >>

Copyright © 1993-2017 HP Velotechnik OHG (Nutzungsbedingungen und Impressum)
Letzte Änderung: 20.05.2012