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Agence Future Logo 1.6: Ägypten - Mondlicht

Das Fahrradfahren nach dem Aufenthalt im Frauencamp war gut. Es war offensichtlich, daß wir immer tiefer in die Wüste hineinfuhren mit immer weniger Begegnungen am Straßenrand und weniger Autos, die uns überholten.

Es ist schwierig, einen passenden Baum fürs Picknick zu finden Es dauerte bis zum frühen Nachmittag, bis wir einen passenden Baum fanden, unter dem wir Pause machen konnten. Zu dem Zeitpunkt waren wir wieder müde und hungrig. Die wenigen Pitabrote und die Thunfischdosen, die wir noch hatten, waren viel zu wenig, um uns satt zu machen. Als ein Beduinentaxi mit zwei Touristen auf dem Rücksitz seines Peugeot am Straßenrand anhielt, um den Motor abzukühlen, begrüßte ich den Fahrer und fragte ihn, ob ich mit seinen Passagieren sprechen könnte.

Ab in den Schatten Die beiden Italiener hatten kein Essen dabei, sie konnten uns nicht helfen. Aber der Beduine schaute unter der Motorhaube seines Wagens hervor, nahm etwas vom Beifahrersitz und hielt es mir hin. Es war eine ganze Packung Pitabrot. Er wollte es uns nicht verkaufen, er wollte es nicht mit uns teilen, er wollte, daß wir alles behalten. Er bestand darauf mit einem Aufblitzen seiner Augen und sagte: "Der Beduine gibt sein Brot. Das Beduinenbrot gibt er."

Wir näherten uns dem Berg Sinai, immer noch tiefer in der Wüste. Die Landschaft wurde immer beeindruckender, und die sich windenden Straßen wurden steiler. Das Treten wurde schwieriger, und nach etwa 100 Kilometern konnte ich nicht mehr in einen niedrigeren Gang schalten und hielt an. Ich hatte nicht aufgegeben, aber ich war zu einer solch geringen Geschwindigkeit gezwungen, daß mich der Hügel schließlich zum Stillstand brachte.

In diesem Moment fuhr eine Beduinenfamilie in einem Jeep vorbei und hielt an. Die Männer stiegen aus, um nachzusehen, ob ich in Ordnung war und boten mir an, mich bis zum nächsten Checkpoint mitzunehmen. Sie machten die Hecktüren auf und ich war so erfreut von dem Anblick, der sich mir bot, daß ich beschloß, einzusteigen. Mein Fahrrad und ich gesellten sich zu zwei Beduinenfrauen, zwei Ziegen und einem großen Heuballen im hinteren Teil des Jeeps. Die Unterhaltung war beschränkt aber sehr freundlich, die Frauen lachten sehr über meine Kopfbekleidung, einen Männerturban statt eines Frauenschleiers, sie fanden es großartig.

Kühle Rast für Maya Die Familie ließ mich an einem leeren Zelt am Straßenrand aussteigen. "Du wartest hier, hier ist gut." Und es war gut. In der weiten, leeren Wüste ließ mich die Konstruktion aus Holz und Ziegenwolle sicher fühlen. Ich schaute zu, wie die Sonne hinter den Bergen in der Umgebung unterging und wartete, bis es dunkel sein oder Bram auftauchen würde, je nachdem, was zuerst passierte. Ich dachte gerade darüber nach, daß es ein wenig furchteinflößend war, so von meinem Begleiter getrennt zu sein, als ein Auto anhielt. Der Fahrer hatte mein Fahrrad entdeckt und angehalten, um mir ein paar aufmunternde Worte zuzurufen: "Hallo! Freund kommt. Nach einer halben Stunde. Freund kommt. Warte." Die Art der Wüste. Alleine ist man nichts, so daß Menschen aufmerksam sind und sich gegenseitig helfen. Nun, das ist doch ein Weg nach vorne.

Als Bram ankam, gingen wir zu einem wenige Kilometer entfernten Restaurant am Checkpoint, um ein großes Abendessen einzunehmen. Auch hier wollten die jungen Beduinen, die uns bedienten, nicht, daß wir das Essen bezahlen, sondern nur das in die Flaschen abgefüllte Wasser und die Getränke zum Abendessen. Nach Essen, Tee und Wasserpfeife fuhren wir zurück und schlugen unser Zelt in der Hütte am Straßenrand auf, wo ich früher am Tag abgesetzt worden war.

Am nächsten Morgen brachen wir zum Kloster St. Katharina auf dem Berg Sinai auf, weitere 14 Kilometer den Berg hinauf. Der Aufstieg war nicht besonders steil, ausgenommen das letzte Stück, auf dem Busse die Besucher absetzen, um das letzte Stück über die steinige Straße zu Fuß zu gehen. Hier war mehr los, es gab Polizei, Kamele, Touristen und viele Kinder, alles Jungen, die Steine und Getränke verkauften. Als wir schließlich an unserem Ziel ankamen, wurden wir von einer Gruppe von Leuten mit Applaus begrüßt.

Probefahren am Kloster auf dem Berg Sinai St. Katharina ist eines der ältesten Klöster der Welt. Die koptische Kirche ist vom Boden bis zu Decke mit dem matten Glanz goldener Räuchergefäße und Tryptichons erfüllt. Die Priester sind beeindruckend aussehende Männer, die von Kopf bis Fuß in schwarz gehüllt sind und deren Bärte mit einem kleinen Stück Kordel zusammengebunden sind. Als ich aus dem Kloster wieder nach draußen trat, wo Bram einige Kinder die Fahrräder ausprobieren ließ, traute ich meinen Augen kaum. Ein Priester fuhr vor den Mauern seines Klosters auf und ab. Er hatte seine Hose in die Socken gesteckt und seine Robe hochgehoben, um auf die Street Machine zu kommen. Ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit. Ich hätte zu gerne mit ihm über die Zukunft gesprochen, es wäre sicher eine interessante Unterhaltung geworden.

Aber wir mußten unseren Weg fortsetzen, wir hatten noch weitere 200 Kilometer zu fahren bis zur Bushaltestelle, von der wir nach Kairo zurückkehren würden. So verließen wir die Kinder, den Priester und den Polizisten, der ein Auge auf unsere Fahrräder und das Gepäck gehabt hatte, und fuhren los. Wir befanden uns auf dem höchsten Gipfel des Sinai, also wußten wir sicher, daß uns nicht noch ein weiterer Nachmittag mit Bergauffahren bevorstand. Der Satz "Von hier aus kann es nur noch bergab gehen" erhält eine neue Bedeutung, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Endlich Bergab! Der tatsächliche Weg abwärts war noch viel besser als wir es uns vorgestellt hatten. 110 Kilometer ununterbrochen abwärts, an zwei Oasen und hunderten von Palmen vorbei. Es war sehr aufregend.

Wir hielten nur einige wenige Male an, einmal vor einem Polizeicamp, das fast idyllisch aussah mit seinen kleinen Türmen am Eingang und den Palmen, die über das Gebiet verteilt waren. Die Männer drinnen fingen an zu pfeifen, vielleicht versuchten sie, uns zu warnen, denn 30 Sekunden später tauchte eine Horde laut bellender und knurrender Hunde auf. Bram entdeckte das Loch im Zaun zuerst, packte seine Kamera weg und rief mir zu: "Hau ab, los, weg von hier." Die Hunde kamen bis auf einen Meter an mich heran, aber ich kam sicher davon, obwohl es eine ganze Weile dauerte, bis der Adrenalinstoß sich wieder verflüchtigt hatte.

Der Mond über der Wüste Wir planten, die Nacht in der zweiten Oase an der Straße zu verbringen. Aber das Camp drumherum war so groß, und dort waren so viele Kinder, die riefen und mit uns mitliefen, daß uns klar war, dort würden wir keine Ruhe finden. Das Bergabfahren war sowieso solch ein Vergnügen, daß wir beschlossen, bis nach Sonnenuntergang weiterzufahren. Wir wurden belohnt, als der Mond aufging. Nur zwei Tage nach Vollmond schien er so hell, daß er ein Schattenspiel warf, das genauso gut auf einem anderen Planeten hätte stattfinden können. Wir fuhren immer weiter bergab, der Küste entgegen, die Berge wechselten die Form, und um uns herum tauchte die Ebene auf.

Da Brams Hinterrad-Schnellspanner am nächsten Morgen kaputt ging, fuhren wir die zusätzlichen 80 Kilometer zur Bushaltestelle nie, aber es machte mir eigentlich nichts aus, denn die Abfahrt im Mondlicht, das die Street Machine noch mehr wie eine Art kleinen Raumgleiter erscheinen ließ, war der perfekte Abschluß unserer letzten Testfahrt.

- Ende -

Bram und Maya kehrten mit dem Bus nach Kairo zurück, um von dort nach London zu fliegen. Dort begannen sie, ihre Ausrüstung und sich selbst für die nächste Etappe ihrer Expedition vorzubereiten: Die Reise durch Nordeuropa.

Lesen Sie mehr über Agence Futures Erlebnisse in Ägypten:

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Letzte Änderung: 20.05.2012