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Agence Future Logo 1.5: Ägypten - Menschen am Straßenrand

Von Dahab aus fuhren wir zu der Kreuzung, wo die Küstenstraße auf die Straße trifft, die tiefer in die Wüste zum Berg Sinai führt. Die etwa 80 Kilometer zur Kreuzung sollten auf und ab gehen, hatte man uns gesagt, aber keine steilen Strecken haben, aber wieder einmal wehten die Küstenwinde heftig aus Nordwesten, und wir mußten wirklich hart treten. "Ist meine Bremse festgefressen, oder was?"

Ein Checkpoint in der Wüste Auf den Straßen im Sinai gibt es an jeder Kreuzung einen Checkpoint, genauso wie vor und nach jeder Stadt, etwa alle sechs Kilometer. Offiziell ist es eine entmilitarisierte Zone, aber die Gegend ist voll mit ägyptischer Polizei und militärisch aussehenden Camps. Es ist ein seltsames Gefühl, von 15 Männern in verschiedenen Uniformen - von denen komplett weiß oder schwarz das Häufigste war - eifrig angelächelt zu werden. "Hállo. Wo kommt Ihr her?", fast so wie die Geschäftsleute in Dahab. "Wo geht Ihr hin? Pässe bitte."

Busladungen voller Touristen fahren an diesen Männern vorbei, ohne daß sie kontrolliert werden, aber jedes Mal müssen wir unsere Papiere zeigen, einmal werden wir sogar nach der Registriernummer (?) unserer Fahrräder gefragt. Wir glauben, daß wir jedesmal angehalten werden, weil sie einen genaueren Blick auf unsere Fahrräder werfen wollen. Wir haben nie echte Schwierigkeiten, meistens werden wir angelächelt. Zweimal versucht ein Soldat (Verzeihung, Polizist), auf einem Fahrrad zu fahren, aber seine Begeisterung wird jedesmal, wenn Bram seine Kamera auspackt, gedämpft, und danach werden wir schnell wieder auf unsere Route geschickt.

Der Verkehr in der Wüste ist vielfältig Polizisten sind nicht die einzigen Menschen, die man unterwegs trifft, es gibt auch Minibus-, Pick-Up und Lastwagenfahrer. Während sie von hinten heranfahren, hupen sie schon heftigst aus der Ferne, und wenn man Pech hat, auch im Vorbeifahren. Zum Glück halten die meisten einen vernünftigen Abstand beim Überholen. Entgegenkommender Verkehr hupt nicht weniger begeistert oder macht sich durch das Aufblinken der Scheinwerfer bemerkbar, durch demonstratives Winken oder das Heben der rechten Hand, Innenfläche nach Außen, mit einer Geste die fragt: "Was?!"

Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang, als die Straße etwas ruhiger geworden war - es war mehr als eine Stunde vergangen, seit wir zuletzt ein Auto gesehen hatten - sahen wir zwei Frauen, die unter einem kleinen Baum saßen. Wir hielten an, um uns mit ihnen zu unterhalten. Als ein Pick-Up vorbeifuhr, sagte die gesprächigere von beiden: "Ägypter" und spuckte auf den Boden.

Die beiden Frauen stellten sich vor, und Aida erzählte uns "Meine Mutter, mein zu Hause" und zeigte in die Richtung, in die wir fuhren. 500 Meter weiter hielten wir an einem Zelt mit flachem Dach an, wo eine sehr alte Dame, Aidas Mutter, uns Tee servierte. Während wir den besten Tee von ganz Ägypten tranken, kamen Aida, ihre Stiefschwester und zwei Männer in einem Pick Up dazu. Sie schlugen vor, daß wir bei ihnen übernachten. Wir nahmen ihr Angebot dankbar an. Die Männer packten ihre Sachen und brachen nach Nuweiba auf, sie würden voraussichtlich am nächsten Morgen zurück sein.

Wir bauen unser Zelt am Lager der Frauen auf. Als die Männer gegangen waren, suchten die Frauen ihre Sachen zusammen und machten Gesten, wir sollten dasselbe tun. "Ihr habt Haus?" Ich war nicht sicher, was Aida meinte. "Ihr habt Haus für die Berge?" Ja, ja, wir haben ein Zelt. "Und Decke?" Ja, keine Probleme dann. Wir folgten den Frauen ein wenig tiefer in die Wüste, weg von der Straße hin zur Bergflanke, wo ihr Camp war. Es war eine bescheidene Angelegenheit, es gab drei Zelte für die Frauen und eines für die 60 Ziegen und die 2 Kamele, die sie hüteten. Trotzdem wies das traditionelle Camp einige Anzeichen der 90er Jahre auf, so wie z. B. viele Plastiktüten, die überall herumlagen, ein kleiner Kassettenrecorder, der die Musik spielte, zu der die Frauen nachts im Mondlicht tanzten und die Spuren, die die Pick Ups der Händler und Reisenden hinterließen.

Aida sprach nicht mehr als 80 einzelne Wörter Englisch, und mein Arabisch mußte weniger sein als das. Doch trotz unserer begrenzten Kommunikationsmöglichkeiten gelang es ihr, uns die Familienbeziehungen zwischen den acht Frauen im Camp klarzumachen. Die jüngste, ein 10 Jahre altes Mädchen, war taub. Sie sprach fließend Zeichensprache und war ein dringend benötigter Fluchtweg durch die Sprachbarriere. Dies war etwas, das man im Gedächtnis behalten sollte. Ich hätte die Frauen sehr gerne interviewt, aber ohne Übersetzer war das nicht möglich. Zum Glück planten wir, die meiste Zeit in Begleitung von Einheimischen zu reisen.

Zum Abendessen teilten wir unsere Dosen mit Bohnen und das Brot mit den Frauen. Das flache Brot, das die Jüngste gebacken hatte, war viel besser als unsere eigenen abgepackten Pitabrote, aber wir trauten uns nicht, zu viel davon zu essen, da die Frauen es am nächsten Tag an die Ägypter verkaufen wollten, die am Teezelt vorbeireisten. Am nächsten morgen aßen wir unsere letzte Dose Bohnen und packten unser Zelt. Aidas Auf Wiedersehen umfaßte nicht weniger als fünf Küsse auf meine Wangen und ein Versprechen, daß wir zum Camp zurückkehren, wenn wir das nächste Mal im Sinai sind. "Inshal'lah".

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Letzte Änderung: 20.05.2012