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Agence Future Logo 1.4: Ägypten - Zukunftsgespräche

Während der ersten Nacht in Dahab, mit 110 Kilometern in den Beinen, aufgewühlt von dem Kontrast zwischen der Wüste und der überfüllten Stadt und immer noch geschockt von der ersten Erkenntnis, daß wir nun tatsächlich unterwegs waren, machte ich mein erstes vollständiges Interview für Agence Future.

Neubaugebiet am Meer Als ich an den ruhigen Teil des Strandes ging, um unter einer Palme zu sitzen und die Sterne anzuschauen, wußte ich allerdings noch nicht daß ich das tun würde. Es hätte ein schöner, kitschiger Postkartenmoment sein können, wäre da nicht der Kratzer im rhythmischen Geräusch der Wellen gewesen: "Hálloo! Willkommen!"

Es stellte sich heraus, daß der Ägypter, der mich angesprochen hatte, gutes Englisch sprach. Nachdem ich einige seiner Fragen beantwortet hatte, fragte ich ihn, ob ich ihm nun umgekehrt einige Fragen stellen könne. Er stimmte zu, und nach einigen einführenden Bemerkungen über Ägypten, sein Studium, seine Zeit in der Armee, und wie er nach Dahab gekommen war, erzählte er mir von seinem einzigen Wunsch für die Zukunft.

Geometrie von alt und neu Hussein war vor zwei Jahren nach Dahab gekommen, ohne Geld "nicht einen Pfennig". Er hatte 21 Tage gebraucht, um seinen ersten Job zu finden. Obwohl er in Kairo Wirtschaft studiert hatte, hatte er auf Baustellen und in Restaurants gearbeitet. Nun war er Manager der Anlage, die zu dem Strandabschnitt gehörte, auf den ich spaziert war.

Er sparte Geld, um weiter an dem Haus in seiner Heimatstadt zu bauen, das er dann brauchen würde, wenn seine Zukunft passierte - das heist, wenn er heiratete. "Ich kann nicht über das Land sprechen, es sind die großen Männer, die die Politik machen. Ich kann nicht über die Welt sprechen, ich kann nur über mein eigenes Leben sprechen. Über mich kann ich Dir die Wahrheit erzählen. Für mich, für mein Leben, wünsche ich mir nur eines, nur eine einzige Sache: Liebe."

Er sprach über die Rolle seiner zukünftigen Frau, wie sie seine Kinder zur Welt bringen würde, und wie sie seine Bedürfnisse und Interessen teilen würde. Er erklärte sogar, daß er bereit sei, eine Christin oder Jüdin zu heiraten, wenn es die Liebe so wolle. Er sprach über Religion und die Entwicklung des Sinai. Während anderthalb Stunden sprach dieser Mann über eine Zukunft, von der er sagte, daß er mich nicht dorthin mitnehmen könne, "weil Dein Leben anders ist, die Lebensweise der Europäer ist nicht dieselbe."

Wir mußten für Bankgeschäfte noch einen Tag länger in Dahab bleiben. Brams Begegnung mit einer Schildkröte auf seinem nachmittäglichen Schorchelausflug und unsere Unterhaltung mit Said, dem jungen Beduinen, der in der Divers Lodge arbeitete, entschädigten uns für all den Aufwand.

Ich hatte das Polster meines Fahrradsitzes verloren, als ich per Anhalter nach Dahab gefahren war, und war nun dabei, zwei Stücke Schaumstoff von einem der vielen Kissen der Strandrestaurants zusammenzunähen, als Said sagte: "Das macht meine Mutter auch." Said erzählte nun alles über seine Familie und seine Erwartungen an ihn und die Beduinentradition.

In der Nacht zuvor hatte sein Manager über die Veränderungen in Dahab und die Verschlechterung des Korallenriffes gesprochen. Said sagte: "Wärt Ihr vor zehn Jahren hergekommen, hättet Ihr nur Beduinen gesehen, Ihr hättet Palmen gesehen, Ihr hättet den Strand und das Meer gesehen, genau wie auf einem Bild. Wir kamen mit unseren Ziegen her, für die Beduinen waren immer Fische im Meer und Datteln an den Bäumen. Wir hatten alles, was wir brauchten. Im Kopf aber hatten wir nichts." Ein breites Lächeln, einer dieser schönen Aufblitzer seiner Augen. "Ich sage Euch, wirklich, wir hatten nichts im Kopf." Ich muß zugeben, ich kann es mir nicht vorstellen, aber ich glaube, ich weiß nun, was er meint.

Said erklärte, wie es war, als die Dinge anfingen, sich zu verändern: "Dann begannen sie, die Palmen herumzuschleppen. Du konntest dich irgendwo zum Schlafen hinlegen und am nächsten Morgen aufwachen und dich fragen, wo Du warst." Said malte die Veränderungen in seinem Leben deutlich aus, für die Zukunft sieht er mehr desselben voraus. Hatten wir all die neuen Gebäude auf dem Weg zum Blue Hole gesehen? Hatten wir begriffen, wie viel mehr Korallen und Schildkröten dort gewesen waren? "Wißt Ihr, Sie kommen nicht zurück."

Said weiß um die Dinge und bereitet sich vor, geht zur Schule, arbeitet und lernt nebenher, um Tauchlehrer zu werden. Während der Tourismus jetzt und für die Zukunft Saids Haupteinkommensquelle ist, kritisiert er viele seiner Konsequenzen für die Menschen dort. Nicht nur, daß man Palmen umgepflanzt hat, damit ägyptische und multinationale Hotelmanager noch mehr Ausländer anziehen können, die Touristen haben Drogen mit eingeführt.

Die Beduinen haben schon immer Cannabis geraucht, eine Sorte, die in der Wüste wächst, nicht sehr stark und Teil der Beduinenkultur ist. Man kann alte Neduinen beobachten, wie sie sich vor dem Frühstück eine Pfeife anzünden, junge Männer rauchen friedlich zum Feierabend. Aber Leute die aus dem Westen nach Dahab zum Feiern kamen brachten neue Drogen mit, und heute kann man dort alles bekommen: Kokain, LSD, Ecstasy, Crack und Heroin.

Wie üblich sind es die ärmsten Bevölkerungsschichten, wo sich die Auswirkungen der westlichen Drogen am deutlichsten zeigen. Said erzählt uns: "Es gab nur Gras, aber in den letzten fünf Jahren sind arme Beduinen zu Heroinabhängigen geworden. Sie fangen damit an und können nicht aufhören, dann gehen sie stehlen, sie bestehlen nicht nur Touristen sondern jeden, der etwas besitzt." Der Manager der Lodge erklärt, daß das Gold seiner Tochter aus ihrem Haus gestohlen worden war. Sie weiß, daß es einer der lokalen Abhängigen war "weil er hungrig war, er stahl nicht nur das Gold und die Kamera, sondern er aß auch von den Mango im Obstkorb."

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Letzte Änderung: 20.05.2012