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Pressespiegel - Radtouren 3/2004
HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text ist ein Ausriss aus der Zeitschrift Radtouren, Ausgabe 3/2004. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.
HP Velotechnik GrassHopper
Liegeradler schwören auf sie, und das nicht ohne Grund: Liegeräder sollen die besseren Tourenräder sein. Ob das wirklich stimmt, haben wir am neuen GrassHopper von HP Velotechnik getestet.
Neulinge auf dem Liegerad sind überrascht. Einerseits: maximaler Komfort im Schalensitz. Andererseits: mulmiges Gefühl bei der Vorstellung, im Liegen mit den Beinen nach vorne oben zu treten. Das Losfahren mit dem giftgrünen GrassHopper bereitet aber keine größeren Probleme; zurücklehnen, Startpedal nach oben - und los geht's! Hat man das Schritttempo erst einmal hinter sich gelassen, hören auch die Schlangenlinien auf.
Perfekte Passform
Die optische Harmonie dieser Zweirad-Synthese aus Komfort und Technik ist beeindruckend. Die Ergonomie aber auch:
Per Teleskopauszug wird die Beinlänge angepasst. Die patentierte Sitzschale - BodyLink-Sitz genannt - lässt sich im Hinblick auf Winkel, Krümmung und Länge einstellen. So ist sie quasi für jede Körpergröße geeignet. Perfekt auch der zweiteilige Air-Flow-Bezug - selten ist der Rücken auf einem Liegerad so trocken geblieben! ich fühle mich, als ob ich mich in einer Strandliege befinden würde! Der Blick schweift in die Ferne, der Kopf lehnt sacht an seiner Stütze. Die passt in unserem Fall allerdings nur ohne Helm exakt. Die Federung ist sportlich ausgelegt, wird auch in der weichsten Einstellung nicht schwammig und passt gut zur entspannt-zügigen Fahrdynamik. Wenn die Gabel noch etwas besser anspräche, könnte das Rad als perfekte Tourensänfte durchgehen.
Stadtflucht
Nach kurzer Eingewöhnungszeit hat man das Bike im Griff. Cityverkehr gehört allerdings generell nicht zu den bevorzugten Einsatzgebieten eines Liegerades mit nur 54 cm Sitzhöhe. Die vom herkömmlichen Fahrrad gewohnte Übersicht über die Autodächer fehlt und bei Schritt-Tempo muss man sich sehr konzentrieren. Der Grund: Kompromisse in der Fahrwerksauslegung, zwei quirlige 20-Zoll-Räder und der stark gebogene Vorbau, der in engen Kehren zu weiten Ausholbewegungen führt. Liegeradfreaks wählen den Untenlenker, der sorgt für entspanntere Armhaltung.
Seine Stärken zeigt der GrassHopper auf flotten Überlandfahrten, Geübte Liegeradler erreichen mit weniger Kraftaufwand dasselbe Tempo wie mit einem Touringbike. Der geringere Luftwiderstand macht's möglich.
Und wie sieht's mit der Laufruhe aus? Die Gelassenheit eines 26- oder 28-Zoll-Reiserades erreicht der quirlige Hopper sicherlich nicht, aber je flotter es voran geht, desto ruhiger zieht er seine Spur.
Muskelspiel
Für richtiges Rennrad-Tempo muss man schon einige Liege-Kilometer hinter sich haben. Schließlich werden im Liegen andere Muskeln belastet als beim Normalrad - und die wollen erst aufgebaut werden. Aber es lohnt sich: derartig sagenhafte Beschleunigung aus mittlerer Geschwindigkeit wie mit diesem Bike erlebt man nur im Liegen - oder mit Zabels Beinen. Beeindruckend sicher verhält sich das Fahrwerk bei schlechtem Untergrund. Durch die ausgewogene Gewichtsverteilung und die steife "No Squat"-Schwinge macht der fieseste Feldweg Spaß, egal ob mit oder ohne Gepäck. Das nimmt man dank tiefem Schwerpunkt sowieso kaum wahr.
Aus den gleichen Gründen ist das Bremsverhalten mit den fein dosierbaren hydraulischen Maguras optimal, die feine 14-Gang-Nabe von Rohloff harmoniert vortrefflich. Unser GrassHopper mit SON-Nabendynamo knipst dank Sensortechnik bei Dämmerung das Licht sogar selbst an. Zum Absteigen wird der Lenker nach vorne geklappt und man hat freien Ausstieg. Voilá!
Fazit
Der GrassHopper ist ein sehr hochwertiges, sportliches Liege-Tourenrad mit nahezu optimaler Ergonomie für fast jeden Untergrund. Und ein echter Grund mehr, das Radfahren auch einmal im Liegen auszuprobieren. Die Basisausstattung ohne Gepäckträger ist in etwa preisgleich mit einem sehr hochwertigen Reiserad (1.990 Euro), unsere High-End-Ausführung belastet das Konto mit 3777 Euro jedoch erheblich.
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