Liegerad Hauptseite Suche Produktwegweiser Kontakt zum Liegeradhersteller
HP Velotechnik Logo des Herstellers von Liegerad, Dreirad und trikes Hier liegen Sie richtig! (auf einem Liegerad oder Liegedreirad von HP Velotechnik)
blauer Balken

Navbar

Produkte: Liegerad und Zubehör Shopping Service Über uns
Portrait
Neuentwicklungen
Pressespiegel
Presse-Service
Stellenanzeigen
Agence Future
Die Website
Nutzungsbed.
Impressum

Kontakt

Konfigurator:
Konfigurator

Schnellsuche:

Folgen Sie uns:
Facebook YouTube Google+

Pressespiegel - Radwelt 03/2006

HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text ist ein Ausriss aus der Zeitschrift Radwelt, Ausgabe 03/2006. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.

Liegerad Grundlagen in der Radwelt 03/2006 Liegerad Grundlagen in der Radwelt 03/2006
Liegerad Grundlagen in der Radwelt 03/2006 Liegerad Grundlagen in der Radwelt 03/2006 Liegerad Grundlagen in der Radwelt 03/2006

AUSPROBIERT: LIEGERÄDER

Vorsicht: Suchtgefahr!

Liegeräder faszinieren. Und die Zahl derer wächst, die vorzugsweise liegend durch die Lande fahren. Liegerad ist aber nicht gleich Liegerad - die Skala reicht vom gemütlichen Tourenlieger bis zum sportlichen Tieflieger. Radwelt-Autor und Liegeradfahrer Peter Barzel erläutert Unterschiede und stellt sechs aktuelle Modelle vor.

"Nicht einschlafen!" lautet ein typischer Kommentar von Passanten, wenn man auf einem Liegerad unterwegs ist. Der Ausruf drückt bereits viel über die Träume, die Skepsis und manch falsche Vorstellung vom Liegerad fahren aus - und er spiegelt den entspannten Eindruck wider, den Liegeradfahrer vermitteln, wenn sie lässig zurückgelehnt dahingleiten - der Traum des mobilen Menschen.

Es ist vor allem die entspannte Sitzhaltung, die Liegeradfahrer schätzen, ohne Schmerzen an Gesäß, Handgelenken und Nacken. Die andere Seite des Traums vom Liegerad fahren heißt: Geschwindigkeit. Prinzipiell sind Liegeräder wegen des geringen Luftwiderstandes schneller als Normalräder. Der Weltradsportverband UCI hat Liegeräder deshalb schon seit den 1930er Jahren von Wettkämpfen ausgeschlossen. Wie viel schneller sie sind, hängt jedoch vom Liegeradtyp, von möglichen Verkleidungen und - wie bei allen Muskelkraft betriebenen Fahrzeugen - vom Motor Mensch ab. Normal trainierte Radfahrer können auf einem Tourenliegerad bis zu fünf Kilometer schneller sein - aber es ist auch mehr möglich.

Überflüssige Skepsis
Skepsis gegenüber Liegerädern äußert sich meist in drei Befürchtungen: damit leicht umzufallen, den Berg nicht hochzukommen und die mangelnde Sicherheit im Verkehr. Wegen den niedrigen Schwerpunktes ist das Gleichgewicht etwas schwieriger zu halten als auf einem Normalrad, daran gewöhnt man sich aber schnell. Bergauf ist das Liegerad dem Normalrad etwas unterlegen. Bergab und in der Ebene werden mögliche Verluste wegen des Luftwiderstandes und der Kurvenlage jedoch schnell wieder eingeholt. Manche nutzen bergauf auch auf dem Liegerad eine Art Wiegetritt, indem sie sich mit den Schultern gegen den Sitz stemmen und dabei das Gesäß anheben. Einzig im Gelände und auf rutschiger Fahrbahn ist das Liegerad im Nachteil, da hat man ein Normalrad zwischen den Beinen besser im Griff. Es sei denn, man steigt auf ein voll gefedertes Liegedreirad.

Sicherer als auf dem Normalrad
So entspannt die niedrigere Sitzposition auf dem Liegerad ist, so unsicher erscheint sie vielen - von außen betrachtet - im Verkehr. Tatsache ist, dass man sich auf den meisten Modellen bei Sitzhöhen von 50 bis 60 Zentimetern mit den Autofahrern in Augenhöhe befindet. Die Modelle sind deshalb auch alltagstauglich. Selbst auf den etwas sportlicheren Modellen mit Sitzhöhe von etwa 40 Zentimetern Höhe befindet man sich noch auf Sportwagenniveau. In beiden Fällen fehlt zwar im städtischen Verkehr der vom Normalrad gewohnte Überblick über die Autodächer und auch das schnelle "Um-die-Ecke-Lugen" an der Kreuzung, weil die Füße und nicht die Nase vorausfahren, doch mit einer defensiven Fahrweise kommt man auch im Verkehr gut zurecht. Die ist auch deshalb angebracht, weil für manche Autofahrer ein niedriger Fahrradfahrer immer noch überraschend ist.

Verkleidungen schaffen nicht nur Schutz vor Regen und eine bessere Aerodynamik, optisch vergrößern sie die Masse, und andere Verkehrsteilnehmer räumen einem mehr Platz ein. Damit jedoch kein falscher Eindruck entsteht: Im Prinzip sind Liegeräder sicherer als Normalräder. Wenn man fällt, fällt man aus geringerer Höhe und kann sich besser abfangen. Und beim Frontalzusammenstoß sind die Füße vorne und nicht der Kopf.

Erste Erfahrungen
Die ersten Erfahrungen auf einem Liegerad sind sehr unterschiedlich. Manche setzen sich drauf und fahren los, als wären sie nie auf einem anderen Fahrrad gefahren, denn Liegeräder sind heute professionelle Fahrzeuge mit ausgereiften Fahreigenschaften. Andere brauchen etwas Zeit, bis sie sich daran gewöhnt haben, sich einfach zurückzulehnen und die Beine hochzunehmen. Ansonsten braucht man nur ein gesundes Selbstbewusstsein: Neugierige Blicke und Kommentare sind unvermeidlich. Doch das entspannte Fahren und das faszinierende Fahrgefühl sorgen für Gelassenheit. Und wer sich einmal fürs Liegerad begeistert hat, kommt selten wieder davon los.

Liegerad Grundlagen - in der Radwelt 03/2006 Liegerad Grundlagen - in der Radwelt 03/2006

Liegeradtypen
Liegeräder werden nach ihrer Bauart unterschieden. Die Lage von Tretlager und Vorderrad zueinander bestimmen den Typ: Langlieger, Kompaktlieger oder Kurzlieger. Bei klassischen Langliegern liegt das Vorderrad vor dem Tretlager. Das führt zu einem langen Radstand mit gutem Geradeauslauf, aber weniger Wendigkeit. Beim Kurzlieger ist das Tretlager vor dem Vorderrad. Dadurch bleibt das Liegerad kompakt und wendig. Etwas gewöhnen muss man sich daran, dass bei manchen Modellen beim Einlenken die Ferse an das Vorderrad stoßen kann (Fersenkonflikt). Das ist in der Praxis aber kein Problem. Der Kompaktlieger ist ein Kompromiss zwischen Kurz- und Langlieger. Das Tretlager ist über dem Vorderrad, das deswegen kleiner ist (16 Zoll). Als vierten Typ gibt es den Tieflieger, eine Sonderform des Kurzliegers mit einer sehr tiefen Sitzhöhe von 20 bis 30 Zentimetern.

Sitzhöhe und Tretlagerhöhe
Sitz- und Tretlagerhöhe und ihr Verhältnis, die so genannte Tretlagerüberhöhung, entscheiden über den Grad der Sportlichkeit. Kompaktlieger haben etwa 50 bis 60 Zentimeter Sitzhöhe, und das Tretlager liegt niedriger als der Sitz, ideal für häufiges Auf- und Absteigen beispielsweise in der Stadt. Touren- und Reiselieger haben Sitzhöhen von 40 bis 60 Zentimetern. Ihr Tretlager liegt um fünf bis 30 Zentimetern höher als der Sitz. Je sportlicher das Liegerad, desto niedriger ist der Sitz und desto höher das Tretlager. Je größer die Tretlagerüberhöhung, desto größer die Bergtüchtigkeit und um so mehr sind Fahrradschuhe mit Klickpedalen zu empfehlen, weil dadurch die Füße bei langsamerem Fahren nicht oben gehalten werden müssen. Üblich sind meist Schalensitze, die mehr Halt geben. Seltener sind Spannsitze, die besser belüftet sind.

Oben- und Untenlenker
Liegeräder gibt es oben und unten gelenkt. Die Oberlenkung ist direkter und aerodynamisch günstiger. Außerdem vermittelt der Lenker vor der Brust psychologischen Schutz, auch Blickschutz, und das Rad lässt sich in der Stadt bequemer schieben. Zudem sind ein Rückspiegel und Fahrradcomputer besser zu montieren. Die Untenlenkung bietet aber eine entspanntere Sitzhaltung und wird deshalb bei Touren- und Reiseliegern bevorzugt.

Antrieb und Radgröße
Das Vorderrad hat fast immer 20 Zoll Größe, um genügend Raum für Tretlager, Pedale und Füße zu haben. Hinten dominieren zwei Radgrößen: Ein 20 Zoll-Hinterrad hält das Rad kompakt und niedrig, und es lässt sich schnell beschleunigen. Der geringe Radumfang wird durch eine größere Übersetzung ausgeglichen. Inzwischen gibt es eine sehr große Auswahl hochwertiger und leicht laufender Reifen in 20 Zoll, so dass der etwas größerer Rollwiderstand zu vernachlässigen ist. 26 Zoll große Hinterräder bieten dafür etwas mehr Laufruhe, auch auf unbefestigten Wegen, und man braucht für die Übersetzung keine übergroßen Kettenblätter. Mit einer Kombischaltung (Sram Dualdrive/Shimano Intego) sind aber auch bei kleineren Hinterrädern übergroße Kettenblätter überflüssig.

Bis auf Ausnahmen wird das Hinterrad angetrieben. Das erfordert eine lange Kette. Damit sie nicht schwingt und die Kleidung verschmutzt, wird sie in Kunststoffrohren aus Polyethylen (PE) oder Teflon (PTFE) geführt. Das hat sich bewährt, ein Reibungswiderstand ist praktisch nicht zu spüren. Bei tieferen Sitzen wird die Kette unter dem Sitz über eine Umlenkrolle geführt.

Federung muss sein
Anders als beim normalen Fahrrad kann man beim Liegerad Stöße nicht mehr mit den Beinen abfedern. Deshalb ist eine Federung Liegerad Grundlagen - in der Radwelt 03/2006 in der Regel sinnvoll. Nur sehr sportliche Modelle sind aus Gleichgewichtsgründen oft ungefedert. Federung, kleine Serien und die vielen Spezialteile wie Rahmen, Sitz, Lenker, Vorbau und Gepäckträger führen dazu, dass Liegeräder teurer als normale Fahrräder sind. Dafür sind sie aber erstklassig verarbeitet, so wie die sechs vorgestellten Modelle, die einen Überblick über die Vielfalt der Liegeradwelt geben.

Copyright © 1993-2017 HP Velotechnik OHG (Nutzungsbedingungen und Impressum)
Letzte Änderung: 20.05.2012