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Pressespiegel - outdoor 04/1999 (2. Teil)

HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text ist ein Ausriß aus der Zeitschrift outdoor, Ausgabe 4/1999. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.

Zur besseren Navigation haben wir den Artikel über mehrere Seiten verteilt.

outdoor Seite 7 Die Federung der klassischen Street Machine outdoor Seite 8

outdoor Seite 9 outdoor Seite 10

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Meine Fertigkeiten in der Beherrschung des Geräts reichen auf dem Heimweg schon so weit, daß ich mich in den "richtigen" Verkehr wage. Woran ich mich nur langsam gewöhne, ist der schlechtere Überblick. Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern ist möglich, ungefähr so wie man es vom Autofahren kennt. Den Überblick in die Ferne, wie im VW-Bus oder auf dem "normalen" Fahrrad, hat man jedoch nicht mehr. Was mir auch nicht so richtig gelingen will, ist das Umdrehen nach hinten. Eigentlich, so finde ich, gehört in ein Liegerad ein kleiner Rückspiegel. Was mir aber auffällt, ist die Reaktion der Autofahrer: auch sie staunen erst einmal über das Liegerad, und dieser Aufmerksamkeitswert bedeutet meines Empfindens nach Sicherheit: sie denken nicht einfach "Ach, das ist ja nur ein Fahrrad", sondern "Huch, was ist denn das?".

Die Hinterradfederung der klassischen Street Machine mit wartungsfreiem MCU-ElementAn einer roten Ampel knattern zwei Halbwüchsige mit ihren Bräuten auf Achtziger-Leichtkrafträdern neben mir. Intensiv werde ich von oben bis unten gemustert. Das dauert einen Augenblick. Dann sagt der Bursche, dem gerade der erste Bartflaum auf der Oberlippe sprießt unter seinem Helm ganz kumpelhaft: "Echt cool, Mann!" Die Bräute kichern.

"Liegeradfahren ist wie normales Radeln, nur daß man eben liegt." Wer so denkt, erlebt eine Überraschung: es werden völlig andere Muskel gruppen beansprucht. Das merkt man beim Bergauffahren oder allerspätestens nach einer längeren Tour. Auf den Oberschenkeln, mögen sie das Kurbeln sonst auch gut gewöhnt sein, zieht und brennt es plötzlich. Besser langsam gemacht, sonst lauert ein gemeiner Muskelkater. Aber nach ein paar Tagen Liegerad gewöhnt man sich an seine "neuen" Muskelgruppen).

Die Street Machine im WaldDas Bergauffahren erscheint mir ohnehin nicht als die Domäne des Liegerads. Die wahren Adepten beschwören zwar mit Missionarseifer, daß dem nicht so sei und peitschen Liegeräder über die höchsten Pässe. Ich selbst kam jedoch bei meinen Fahrten nie an den Punkt, wo ich dieser Argumentation folgen konnte (vielleicht wird's ja noch...). Bergauf geht es meiner Ansicht mit einem normalen Rad einfach leichter, allein weil für das Fahren im Wiegetritt andere Muskelgruppen gebraucht werden. So wundert es mich auch nicht, daß es ausgerechnet in Holland eine ausgesprochen aktive Liegeradszene gibt. Von dort stammt auch das "OKe-ja" das erste Großserien-Liegerad, das für rund DM 1000,- aus dem Fahrradgeschäft rollt. Weiß man, daß der gesamte deutsche Markt nur 1200 bis 2000 Liegeräder pro Jahr (je nach Schätzung) groß sein dürfte, wird klar, daß es sich bei Liegerädern noch immer um echte Exoten handelt!

Den größten Teil dieses Kuchens teilen sich die Hersteller Flux, HP Velotechnik und Radius. Sie haben die Hinterhof-Kellerwerkstatt-Bastelphase hinter sich und arbeiten professionell. Aber selbst bei diesen Marktführern kann man sich ausrechnen, wie klein die Auflagen sind. Und leider gilt auch hier die Gleichung: kleine Serien = hohe Stückkosten. Dieser betriebswirtschaftliche Teufelskreis, der zu einem hohen Anschaffungspreis führt, ist mit Sicherheit das Hauptargument contra Liegeräder.

Einfach Liegeradfahren lernen mit dem WaveyDabei bieten Lieger wirklich großartige Vorteile, die man teils erst mit der Zeit zu schätzen lernt. Neben der lässigen Sitzhaltung und dem herrlich offenen Blick, genoß ich mit jedem Kilometer mehr das Dahingleiten. Ich fand meinen Tritt, und es stellte sich ein Gefühl des entspannten Kurbelns ein, wie ich es noch auf keinem anderen Zweirad verspürte.

Schon die Haltung auf einem Lieger mit Untenlenker ist so offen und locker! Sammy Molcho, der für seine Bücher und Semi nare über Körpersprache berühmt ist, hätte seine wahre Freude daran.

Zwar kann man auch auf dem Liegerad aggressiv in die Pedale treten und richtig bolzen. Das Gefühl des "Richtig-Dampfmachens", wie man es auf einem verwin- dungssteifen MTB aus Alu im Wiegetritt kennt, stellt sich bei mir aber auch nach ein paar mehr Liegeradkilometern nicht ein. Powern widerspricht meiner Meinung nach dem Charakter dieses etwas anderen Drahtesels. Das gleichmäßige Dahingleiten ist seine Domäne. Schaut man auf den Tachometer, staunt man aber nicht schlecht: es geht flott durch die Lande.

Der Grund liegt auf der Hand: die geringere Stirnfläche als beim normalen Fahrrad bei sonst gleichem Rollwiderstand. Das beweisen auch die Weltrekorde: Chris Boardman, einer der weltbesten Zeitfahrer, hält den Stundenweltrekord mit "normalen" Fahrrädern: 56,375 km/h. Dieses normale Fahrrad ist jedoch nur insofern normal, als daß die Sitzposition an die eines "normalen" Fahrrads erinnert. Bei dem Vehikel selbst handelt es sich um ein sündhaft teures High-Tech-Geschoß mit einem ein aerodynamischen Kohlefaser-Monocoque-Chassis. Den Stundenweltrekord für ein vollverkleidetes Serienliegerad (Dalli "Shark") schraubte der deutsche Radprofi Lars Teutenberg 1996 auf 78,04 km/h. Demnächst will das Dalli-Team die 80er Marke knacken. Wenn man dann noch weiß, daß wegen der niedrigen Sitzposition das subjektive Tempogefühl noch höher liegt...

MEIN LIEGERAD-RESÜMEE

Gut, ich bin ohnehin velophil veranlagt. In der Garage stehen zwei Mountain Bikes, ein Trekking-Rad, ein Reiserad und eine Anti-Diebstahl-City-Gurke. Aber so ein Liegerad, das würde dazu ja doch noch verdammt gut passen...

Außerdem gibt es da noch etwas anderes: mir scheint, als sei ein vollgefedertes Liegerad mit einem guten Schalensitz eine ganz feine Sache für Leute, die ernste Probleme mit ihren Bandscheiben haben. Und die habe ich.

Meine Erkenntnisse nach der langen Eingewöhnungsphase: Wenn Liegerad, dann

  1. vollgefedert (weil viel komfortabler)
  2. mit einem Untenlenker (noch entspannter) und
  3. mit einem Schalensitz (da kann ich dann doch wieder ein bißchen Gas geben, und nehme den nassen Rücken gerne in Kauf).
Damit bewege ich mich aber schon in Preisklassen von 2500,- DM oder deutlich mehr. Denn was nützt mir ein schönes Vehikel mit Billigausstattung?


DAS LIEGERAD

Pro

  • äußerst bequem, entspannte Haltung ohne Sitzbeschwerden, Nacken- oder Handgelenksschmerzen
  • viel bessere Aerodynamik (deshalb schneller als normale Fahrräder + größerer Aktionsradius)
  • keine Stützbelastung auf Unterarrnen und Handgelenken
  • sicher niedrige Sturzhöhe und Seine vorn (Kopf ist nicht mehr Knautschzone)
  • Bremsverhalten: viele Liegeräder (vor allem Langliege) sind selbst bei Vollbremsung völlig überschlagsicher
  • Aufmerksamkeitswert erhöht die Sicherheit
Contra

  • weiter Wendekreis (bei Untenlenker und Langlieger)
  • relativ hoher Preis, bedingt durch geringe Stückzahlen und meist qualitativ hochwertige Ausstattung
  • je nach Höhe schlechtere Verkehrsübersicht als bei einem normalen Fahrrad
  • kein Wiegetritt am Berg möglich
  • man sitzt mehr im Regen
  • Platzbedarf beim Parken und Transport (bei den meisten Modellen)
  • schlecht off road und bei Hindernissen wie Bürgersteigen
  • erfordert Eingewöhnungszeit: andere Muskelpartien werden beansprucht
  • Aufmerksamkeitswert: nicht jeder läßt sich gern begaffen

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Letzte Änderung: 20.05.2012