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Pressespiegel - F.R. 30.07.2004

HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Die folgenden Texte sind Ausrisse aus der Frankfurter Rundschau, Ausgabe 30.07.2004. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.

Später losfahren, bequemer ankommen F.R. 30.07.2004
Später losfahren, bequemer ankommen F.R. 30.07.2004

Später losfahren, bequemer ankommen

Zwei Krifteler Bastler haben ihr Hobby zur größten Liegerad-Manufaktur Deutschlands gemacht / Zwölf Mitarbeiter

Von Daniel Meuren

Gut versteckt im kleinen Kriftel spielt ein "Global Player" im Konzert der Liegeradhersteller mit. HP Velotechnik baut 700 Stück im Jahr und verkauft sie in aller Welt.

KRIFTEL - 29. JULI -
Wenn Jan Ullrich auf ein Rad aus Krifteler Herstellung zurückgreifen dürfte, dann würde Lance Armstrong nur seinen Rücken sehen. Die Liegeräder von HP Velotechnik sind ungleich schneller als die Rennmaschinen, auf denen Ullrich und Armstrong durch Frankreich gestrampelt sind. "Das lieg daran, dass beim Radeln auf einem Rennrad schon von einem Tempo von 30 Stundenkilometern 80 Prozent der Kraft aufgewendet werden, um den Luftwiderstand zu brechen. Das spare ich, wenn ich windschnittig mit dem Liegerad unterwegs bin", sagt Paul Hollants.

Der 30 Jahre alte gebürtige Krifteler ist einer von zwei Geschäftsführern des Unternehmens, das von Kriftel aus Liegerad-Liebhaber in der ganzen Welt bedient. Das glaubt man kaum, wenn man Werkstatt und Büros neben der Schwarzbachhalle betritt. Die zwölf Mitarbeiter verteilen sich auf rund 150 Quadratmeter und teilen sich diesen Platz mit Regalen, in denen die Bauteile der Räder gestapelt sind. Auf engstem Raum werden gerade drei Liegeräder entsprechend der individuellen Bestellung von Kunden zusammengeschraubt. An der Decke über dem Arbeitsplatz des Monteurs hängen Platz sparend die Laufräder der Maschinen. Zentrales Puzzleteil sind natürlich die hochwertigen Rahmen, die in Taiwan produziert werden. "So etwas gibt es in Deutschland gar nicht mehr, da die hiesige Rohrbau-Industrie vor Jahren mit höchster Arroganz Aufträge in Fahrraddimensionen abgelehnt hat", sagt Hollants. "Die hören einem erst zu, wenn man Rohre in Kilometerlänge bestellt."

In einer Ecke der winzigen Fabrikhalle schraubt und biegt Daniel Pulvermüller, Hollants Geschäftepartner, gerade an einer neuen Sitzschale. "Das ist sozusagen unser Labor. Hier entwickeln wir unsere Ideen", erklärt Hollants. Von diesen Ideen leben Hollants und der 32 Jahre alte Pulvermüller seit Gründung ihres Unternehmens im Jahre 1993. Mittlerweile beschäftigen sie zwölf Mitarbeiter, darunter zwei, die HP Velotechnik selbst zu Zweiradmechanikern ausgebildet hat. "Zum Herbst suchen wir übrigens wieder einen Azubi", sagt Hollants.

Schulkameraden Ihr erstes Rad haben die beiden Krifteler ohne deren Mithilfe entwickelt, als die noch gemeinsam zur Schule gingen. Mit einem vollverkleideten, dreirädrigen Modell gewannen sie gar den ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend und Technik". Neben dem Studium bauten sie ihr Hobby zum Broterwerb aus, heute erzielen sie mit rund 700 verkauften Rädern und dem Handel mit Ersatzteilen einen Jahresumsatz von gut einer Million Euro. "Wir sind damit in Deutschland Marktführer, weltweit konkurrieren wir mit rund 20 Unternehmen", sagt Hollants.

Vorteile in diesem Wettbewerb wollen die Krifteler vor allem durch zwei Strategien erzielen. Zum einen soll die Produktpalette überzeugen: HP Velotechnik bietet derzeit vier Räder an. Der Klassiker Street Machine soll weiterhin die Bedürfnisse des Fahrradreisenden stillen, die Speedmachine den sportlich ambitionierten "Raser" erfreuen, das Modell Spirit ist eine Art Kompromiss zwischen normalem Rad und Liegerad vor allem für die Kundschaft jenseits der 50 gedacht. Die Neuentwicklung GrassHopper ist als Tourenfahrrad ausgewiesen. "Unsere großen Fans haben sich sogar schon mehrere unserer Modelle zugelegt für jede Lebenssituation", freut sich Hollants, dass die Unterschiede auch in der Realität ankommen.

Neben der Produktpalette soll Service die Marktstellung von HP sichern. Hollants und Pulvermüller wollen die Zufriedenheit ihrer Händler und Kunden mit einem großen Ersatzteillager sichern. "Wir benutzen bewusst möglichst viele Teile aus der normalen Fahrrad-Herstellung. Natürlich gibt es aber auch Spezialteile, die nur für Liegeräder gebaut werden. Viele Händler und Kunden fürchten deshalb, dass die Reparatur ihres Rads zeitaufwendig und teuer werden kann. Diese Ängste müssen wir selbstverständlich bekämpfen."

Andere Ängste verfliegen beim Kunden hingegen sekundenschnell. Viele fragten, wie es mit der Sicherheit auf dem Liegerad aussehe, weil es doch so niedrig durch die Gegend rolle. "Das Risiko schwerer Verletzungen ist deutlich geringer, weil man vom Liegerad keinen klassischen Abflug über den Lenker macht. Kopfverletzungen gibt es also so gut wie gar nicht. Und von Autos wird man auch nicht übersehen, weil man quasi auf der Höhe des Fahrers sitzt. Das ist alles erwiesen durch Statistiken", sagt Hollants. Darüber hinaus sei das Liegerad ungleich gesünder als das Strampeln auf einem normalen Rad. Die Bandscheiben seien einem viel geringeren Druck ausgesetzt, Taubheitsgefühle im Sitzbereich normaler Fahrradsattel, die bei Männern angeblich auch zu Impotenz führen können, gibt es in den Liegeradsitzen nicht. "Man fährt ganz entspannt durch die Gegend - und halt etwas schneller."

Bleibt eigentlich nur die Frage, weshalb sich Ullrich und Armstrong unnötig quälen. "Das ist durchaus eine kuriose Geschichte. Das Liegerad war nämlich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts schon viel populärer als heute. In den 30ern haben Rennfahrer damit große Erfolge bei Bahnrennen erzielt, Weltrekorde aufgestellt. Der Weltverband hat Liegeräder daraufhin für seine Wettbewerbe verboten", erzählt Hollants. Noch heute sind die Rennräder bei der Tour reglementiert, weshalb es anders als in der Formel 1 keine Materialschlachten zwischen den Teams gibt. Aufgrund dieser Entwicklung im Spitzensportbereich verschwanden die Liegeräder bis in die 70er Jahre hinein völlig vom Markt. Erst durch Debatten über die Sicherheit beim Radfahren kehrten sie vereinzelt wieder zurück. Von Kriftel aus treten sie zumindest einen kleinen Siegeszug an.

INTERVIEW

Die Muskeln umschulen

Von Daniel Meuren

interview mit Paul F.R. 30.07.2004 Paul Hollants und Daniel Pulvermüller entwickeln und produzieren in Kriftel Liege-Fahrräder. Ihre Firma, HP Velotechnik, hat in Fachkreisen inzwischen weltweit einen Namen.

Frankfurter Rundschau: Herr Hollants, Sie behaupten, dass Liegeräder trendy sind. Warum sind sie das?

Paul Hollants: Weil sie alle Attribute erfüllen, die ein moderner Mensch von einem Rad erwartet: Es ist komfortabel, gesund, umweltschonend und vor allem auch schnell.

FR: Die Räder haben allerdings den Ruf, nur von einer bestimmten, eher gesetzten Klientel gefahren zu werden. Wer sind denn nun Ihre Kunden?

PH: Einsteiger sind überzeugte Fahrradfahrer, häufig im Alter zwischen 35 und 40, denen langsam der Rücken von der krummen Haltung weh tut. Sie reisen mit dem Rad und wissen deshalb die Vorzüge eines Liegerades mit viel Platz für Gepäck zu schätzen.

FR: Fahrradfahren muss man als Kind richtig lernen. Wie lange dauert die "Umschulung" zum Liegeradler?

PH: Man muss sich schon mal eine halbe Stunde auf dem Parkplatz Zeit nehmen, um das richtige Gefühl zu entwickeln. Dann dauert es vielleicht vier Wochen, bis sich die Muskulatur umgewöhnt hat. Dann kann man entspannt den Panoramablick vom Sitz aus genießen.

FR: Wie viel Geld muss man für ein Liegerad kalkulieren?

PH: Unser Einstiegsmodell kostet 1700 Euro, etwa vergleichbar einem guten konventionellen voll gefederten Reiserad. Es gibt aber auch Kunden, die für das Rad ihrer Träume mit optimaler Ausstattung 4500 Euro hinlegen.

FR: Fahren die auch im Main-Taunus-Kreis herum?

PH: Da kann ich mich nur auf einige Beobachtungen stützen, da wir die Räder nicht selbst verkaufen, sondern nur über Fahrradhändler wie "Rat -Räder - Reisen" hier in Kriftel oder die "Radgeber" in Mainz verkaufen.

FR: Würden Jan Ullrich und Erik Zabel die Konkurrenz mit Ihren Rädern abhängen?

PH: Grundsätzlich schon. Liegeräder sind einfach schneller, weil sie viel aerodynamischer sind. Ullrich würde also ein Zeitfahren gegen Rennradfahrer locker gewinnen. Erik Zabel hätte allerdings im Sprint ein Problem, weil man nicht wie ein Zabel im Wiegetritt das volle Körpergewicht in die Pedale legen kann.

FR: Bleiben Sie am Standort Kriftel?

PH: Wir wollen hier bleiben, weil wir von hier stammen und uns hier wohl fühlen. Unsere Exporte in alle Welt zeigen, dass Kriftel mehr zu bieten hat als leckere Erdbeeren. Die Nähe zum Flughafen sichert uns schnellen Transport. Wichtig ist uns die Unterstützung der Gemeinde und die Verfügbarkeit entsprechender Gewerbeflächen, weil wir weiter wachsen wollen.

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Letzte Änderung: 20.05.2012