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Scorpion fs 26 S-Pedelec

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Pressespiegel - Radtouren Magazin 06/18

HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text von Autor Georg Bleicher ist ein Ausriss aus dem RADtouren Radreise-Magazin, Ausgabe 06/2018. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.

Fahrbericht Scorpion fs 26 S-Pedelec RADtouren 06/18

Fahrbericht Scorpion fs 26 S-Pedelec

Mit dem dritten liegt man besser

Zwei Gründe können für Trikes sprechen: Eine völlig andere, fast Gokart-ähnliche Fahrdynamik oder ein Handicap, das zum Beispiel die Balance auf einem Einspur-Rad unmöglich macht. Der schnelle Scorpion verbindet das Schöne mit dem Nützlichen.

Das Aufsitzen – respektive Hinlegen: In Fahrtrichtung neben das Rad stellen, ein Bein über den Telskop-Vorderbau setzen und sich vertrauensvoll nach hinten niederlassen. Ab dann wird's bequem: Der Ergomesh-Sitz ist nicht nur sehr gut vorgeformt, er lässt sich auch in Höhe und Winkel verstellen, die separate Kopfstütze (Extra) ist auch noch einstellbar. Selbst Handauflagen sind am Untenlenker montiert, sodass man die Hände nur entspannt an den Griffen anlegen muss. Zum Schalten gehen Zeigefinger und Daumen nur ein Stückchen höher an die ergonomischen Lenkerend-Schalter von Sram. Gebettet wie in Abrahams Schoß geht’s los!

Freude am Fahren

Achtung: Dies ist ein S-Pedelec, Radwege sind inner- wie außerorts tabu. Richtig, will man fast sagen, denn für unsere schmalen Radwege ist das Trike dann doch zu schnell. Mit dem mittleren Kettenblatt und einem mittleren der zehn Ritzel angetreten, geht es vom Start ab wie die Post! Der Go Swissdrive-Motor im Hinterrad zieht kräftig nach vorn; der Schub lässt erst nach, wenn man die 40er-Marke auf dem Display passiert – wer flott mitschaltet, unterstützt das noch. Und wer Beschleunigung wirklich auskosten will, kann das in der höchsten der fünf Unterstützungsstufen. Sie werden im kleinen Mehrfarb-Display am Lenkergriff wie alle Daten gut ablesbar angezeigt. Und was hier neben den Standard-Tourdaten alles ablesbar ist: Leistung, verbleibende Reichweite, Verbrauch, Uhrfunktionen, bei Koppelung mit Handy auch eingehende Anrufe...

Zurück zum Fahren: mit gut 40 Sachen dahin zischen? Ohne viel Anstrengung gut machbar! Dreispurer sind zwar Schlaglochsucher – ausweichen, wie beim Einspurer, ist kaum drin – aber fahren macht mit einem solchen Fahrwerk trotzdem höllisch Spaß: Die HP-Macher haben aufs Auto geguckt und dem Trike McPerson-Federbeine für sportliche Kurvenfahrten verpasst. Und: Das vollgefederte Dreirad liegt tatsächlich wie ein Brett auf der Straße. Kleine Unebenheiten schluckt die versteckte Vorderradfederung praktisch vollständig und ohne nachzuwippen. Hinten wird fast Sänften-mäßig ausgeglichen. Natürlich ist hier die Federhärte einstellbar – zum Beispiel auf das Gepäck, das nahezu unbemerkt mitfährt.

Was den Scorpion-Neuaufsteiger am meisten beeindruckt: Die direkte Lenkung. Der vielfach anpassbare Untenlenker lässt das Trike auf kleinste Lenkbewegungen reagieren, ohne sich dabei über-sensibel anzufühlen. Rasante Richtungswechsel werden zum Fliehkraft-Vergnügen. Dabei fühlt man sich immer sicher. Wer den Mumm hat, kann so knackig einschlagen, dass der Scorpion ein Vorderbeinchen hebt. Das macht es aber ganz in Ruhe, und ohne dem Triker die Kontrolle zu nehmen – alles im grünen Bereich! Nur eines kann die Lenkung nicht: kleine Wendekreise. Auf dem Wirtschaftsweg mal schnell wenden? Ist nicht. Auch nicht schlimm: Das immerhin 37 Kilo schwere Trike hat einen Rückwärtsgang zum Rangieren!

Freizeit oder Alltag? Ganz klar "und"!

Das Unternehmen aus Kriftel bei Frankfurt preist das Trike als Allrounder an – von der Tour bis zum Arbeitspendeln ist alles drin. Wir können das nur bestätigen, auch wenn die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland das leider nicht unterstützt. Allerdings machen es die Go-Kart-Optik und das Nummernschild dem Scorpion leicht, wahr und ernst genommen zu werden, sodass man sich auch auf der Straße meist richtig fühlt. Eine gut sichtbare Blinkanlage unterstützt das noch.

Apropos Auto: Nach neuem Gesetz braucht das Rad auch eine Hupe, und das ist die wohl einzige ergonomische wie akustische Schwachstelle des Rads: Um Sie zu drücken, muss man ein kleines Knöpfchen am Lenker weitab von der normalen Handhaltung finden – und hören will man dieses Gefi epse eigentlich auch nicht – allerdings ist der Ton...

Übrigens: Das Rad fährt mit der "Schiebehilfe" auch bis zu 20 Stundenkilometer schnell ohne Pedalieren – aber wer will das schon, wenn er spielend knapp 45 aus gefühlt eigener Kraft schafft...

Fazit

Das Scorpion fs ist ein Pendlerrad, eine Komfortsänfte, ein Sportler mit viel Rückenwind. Die auch noch unglaublich detailliert individualisierbare Dreieinigkeit kostet leider auch so viel wie drei E-Bikes. Nicht ausprobieren, wenn man das sowieso nicht ausgeben will... sonst: Gewissenskonflikt. Achtung: Garage oder Car Port nötig! Text: GEORG BLEICHER


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Letzte Änderung: 09.11.2018