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Press room - Radwelt 05/2000

HP Velotechnik in the news: the following text is an excerpt from the German ADFC magazine Radwelt, issue 05/2000. We recommend to order the complete magazine from the publishing house to read the whole story.

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Info Clip Liegerad: Damit liegen Sie richtig!

Von Arndt Last

Noch vor zehn Jahren waren Liegeräder Exoten im Straßenverkehr. Heute gibt es kaum jemanden, der noch nie ein Liegerad gesehen hat. Ein potenzieller Käufer steht vor der Frage, welche grundsätzlichen Eigenschaften Liegeräder haben und wodurch sich die Bauformen unterscheiden. Dieser Info- Clip soll helfen, die vielfältigen Modelle einzuordnen.

Oft gibt die Neugier den ersten Anstoß, sich für ein Liegerad zu interessieren. Wird das Interesse an solch einem Gefährt etwas konkreter, so stellen sich meist die Fragen: Wie fährt sich ein Liegerad, wo kann man eine Probefahrt machen, und ist es für die eigenen Bedürfnisse überhaupt geeignet?

Wie es sich fährt, das kann man tatsächlich nur selbst "erfahren". An eine Probefahrt kommt man entweder über einen Bekannten mit Liegerad oder über einen geeigneten Fahrradladen. Der Besuch einer der vielen vom Human Powered Vehicles Deutschland e.V. (Adresse siehe unten) und vom ADFC angekündigten Liegeradtreffen oder -stammtische kann auch weiter helfen. Aller Anfang ist trotzdem... Gewöhnung. Manch einer steigt nach den ersten paar Metern ernüchtert ab, weil seine Vorstellungen nicht erfüllt wurden. Das kann einmal daran liegen, dass das getestete Liegerad nicht auf die Abmessungen des Fahrers oder der Fahrerin angepasst war. Oder daran, dass einen das neue Fahrgefühl verunsichert hat, das viele Anfänger als "gewöhnungsbedürftig" bezeichnen: Viele Menschen brauchen einige Dutzend Kilometer, bis sie sich auf dem ungewohnten Untersatz wohl fühlen.

Eine anfänglich schnellere Ermüdung kann daher kommen, dass andere Muskelgruppen beansprucht werden als auf einem "normalen" Fahrrad. Wer sich ein Liegerad zulegen möchte, stellt einerseits schnell fest, dass die Zahl der alleine in Deutschland erhältlichen Liegeradmodelle in die Dutzende geht und der Preis eines Rades oft über dreitausend Mark liegt. Andererseits gibt es nur wenige Fahrradläden, die einen so umfassend beraten können, dass man anschließend das Gefühl hat, das richtige Produkt gefunden zu haben.

Gute Gründe für ein Liegerad

Die Gründe für den Kauf eines Liegerades sind so verschieden wie das Aussehen der einzelnen Fahrzeuge:

Let the sunsine in Komfort: Der hohe Fahrkomfort macht Liegeräder zu hervorragenden Reiserädern. Der meist großflächige Sitz verhindert Druckstellen. Da der Fahrer auf rauer Fahrbahn nicht wie gewohnt "aus dem Sattel gehen" kann, ist eine Federung zumindest des stärker belasteten Rades sehr wichtig. Sie bringt einen erheblichen Komfortgewinn und schützt auch das Gepäck vor Stößen. Menschen mit Rücken-, Schulter- oder Handgelenks schmerzen beim Radfahren greifen gerne auf Liegeräder zurück und berichten von einer Besserung ihrer Beschwerden. In den letzten Monaten einer Schwangerschaft ist ein Liegerad für manche Frauen das einzig brauchbare Fahrrad überhaupt.

Sicherheit:Bei Unfällen bietet das Liegerad höhere Sicherheit, da der Fahrer bei einer Kollision nicht mit dem Kopf voraus auf das Hindernis stößt. Die Bauweise der längeren Liegeräder verhindert zudem ein Überschlagen des Rades bei einer Vollbremsung. Und: Wer vom Liegerad fällt, fällt nicht tief- und zumeist auf den Hintern.

Da die Augen des Fahrers in der Regel auf ähnlicher Höhe sind wie die eines Autofahrers, können Liegeradfahrer eher Blickkontakt mit Autofahrern aufnehmen. Die breiter wirkenden Liegeräder werden meist mit etwas mehr Abstand überholt.

Wetterfestigkeit: Ohne einen Wetterschutz werden die Beine des Fahrers auf einem Liegerad bei Regen schneller nass als auf einem anderen Rad. Liegeräder lassen sich eher mit einem Wetterschutz versehen als übliche Räder, da sie flacher gebaut sind und man nicht riskiert, von einer Seitenwindböe umgeblasen zu werden. Bei Regenschutzverkleidungen handelt es sich meist um zusammenlegbare Textilverkleidungen oder um Frontverkleidungen aus Glasfaserverbundwerkstoffen. Vollverkleidungen bieten perfekten Wetterschutz, sind aber noch einmal so teuer wie das ganze Rad. Nur wenn Lüftungsklappen für eine gute Belüftung sorgen, nicht zu flache Scheiben für eine gute Sicht auch bei Regen, Dunkelheit oder blendendem Gegenverkehr und eine gute akustische Dämpfung der Karosserie vor Rumpeln und Dröhnen z.B. auf Kopfsteinpflaster schützt, ist das verkleidete Rad auch im Alltag komfortabel einsetzbar. Bei den Dreirädern gibt es einige Modelle mit Vollverkleidung, die sich im Alltag bewährt haben und ihren (stolzen) Preiswert sind.

One of the three recumbents: The Street Machine Gt Gepäck- und Kindermitnahme: Die meisten Liegeräder bieten heute Platz zum Gepäcktransport. Oft gibt es Halterungen für Seitentaschen hinter oder unter dem Sitz, oder die Heckverkleidung ist als abschließbarer Kofferraum ausgebildet. Ein Kindersitz lässt sich nicht immer leicht montieren, für einige Dreiräder sind deshalb integrierte Kindersitze zu haben.

Aerodynamik: Liegeradler haben meist eine kleinere Frontfläche und damit einen geringeren Luftwiderstand. Große aerodynamische Vorteile gegenüber Rennrädern ergeben sich aber erst mit einer aerodynamischen Teil- oder Vollverkleidung. Immerhin führen Liegeräder auf vielen Strecken die Liste der Weltrekorde an, was für sportliche Fahrer den Reiz eines solchen Rades erhöhen mag. Leider sind Liegeräder bei Rennen der UCI (Radsportweltverband) höchst ungern gesehen, meist sogar verboten.

Liegeräder sind jedoch keine "Mountainbikes": ein Hochreißen des Vorderrades, um z.B. einen Bordstein unbeschadet zu überfahren, ist fast unmöglich; die kleinen Räder fallen tiefer in Schlaglöcher oder versinken im losen Sand. Für Leute mit einem sehr unruhigen Fahrstil sind Liegeräder nicht die beste Wahl.

Als erstes Merkmal, um Liegeräder in verschiedene Grundtypen einzuteilen, dient die Position des Tretlagers zum Vorderrad.

Langlieger: Liegt das Vorderrad deutlich vor dem Tretlager, so spricht man von einem "Langlieger". Das Tretlager liegt bei diesem Fahrzeugtyp etwa in der gleichen Höhe wie bei Normalrädern und damit bis zu 30 cm unter der Sitzfläche. Diese Anordnung führt zu einer eher aufrechten Sitzhaltung. Sie war bis Anfang der 90er Jahre die am weitesten verbreitete Bauart. Die ersten Fahrversuche werden meist als einfach empfunden. Der lange Radstand führt zu einem entsprechend höheren Gewicht, was sich allerdings nur in hügeligen Gegenden bemerkbar macht. Trotz der Länge des Rades reicht die Wendigkeit im Straßenverkehr völlig aus.

Kurzlieger: Wer auf ein sportliches Lenkverhalten Wert legt, ist mit einem "Kurzlieger" besser bedient. Bei ihm stellt das Tretlager den vorderen Punkt des ganzen Rades dar. Das Tretlager liegt hier in einer Höhe mit der Sitzfläche oder etwas darüber, damit die Pedale beim Lenken nicht mit dem Vorderrad ins Gehege kommen. Liegt das Tretlager deutlich über dem Sitz, werden die Füße nicht mehr wie beim normalen Rad durch das Gewicht der Beine auf die Pedale gedrückt, was zu Ermüdungserscheinungen führen kann. Manche Fahrer bevorzugen daher Klickpedale. Die Tretlagerhöhe macht Anfängern beim Anfahren oft etwas mehr Schwierigkeiten. Kurzlieger sind durch ihre kompakte Bauweise oft leichter und wendiger. Beim "Rangieren" muss man sich erst an das ausschwenkende Tretlager gewöhnen. Die flachere Sitzposition ist für Neulinge ungewohnt, wird aber von langjährigen Fahrern als angenehm empfunden. Kurzlieger haben in den letzten Jahren die Langlieger zunehmend verdrängt und werden nicht mehr nur im sportlichen Bereich eingesetzt.

Knicklenker: Liegeräder, bei denen zum Lenken nicht nur die Vorderradgabel gedreht wird, sondern das gesamte Vorderteil des Rahmens mitschwenkt, werden als"Knicklenker" bezeichnet. Der Antrieb wirkt dabei auf das Vorderrad, das Tretlager liegt ganz vorne. Die Verbindung von kurzem Radstand und Knicklenkung kann ein extrem wendiges und dadurch stadttaugliches Rad bieten, das zur Not zu Transportzwecken zerlegt werden kann. Der Nachteil dieser Bauform liegt in der langen Eingewöhnungszeit. Wer ein solches Rad ausprobiert, muss damit rechnen, erst nach einigen Stunden intensiven Bemühens über längere Strecken geradeaus fahren zu können. Von geübten Fahrern lässt sich ein Knicklenker auch freihändig fahren, da er mit den Füßen gesteuert wird.

Elegant und sportlich unser Tieflieger die Speedmachine Tieflieger: "Tieflieger" wurden zuerst nur in Rennen eingesetzt, mittlerweile aber auch serienmäßig angeboten. Es sind Fahrzeuge mit einer Sitzhöhe von unter etwa 40 cm, die eine deutlich kleinere Gesamtfrontfläche haben als andere Liegeräder, da der Fahrer zwischen Vorder- und Hinterrad liegt. Das Tretlager ist, wie bei den Kurzliegern, der vordere Teil des Rades und liegt weit über dem Sitz. Dadurch werden auf langen Strecken Klickpedale nötig. Der Rahmen windet sich meist Z- förmig zwischen den Rädern und dem Fahrer hindurch. Durch die geringe Augenhöhe des Fahrers und die niedrige Bauform sind Tieflieger im Stadtverkehr nur bedingt brauchbar.

"Mach 3": Liegedreiräder haben beim Beladen, an Ampeln oder bei Glätte den Vorteil, dass sie nicht umzukippen. Zudem sind sie auch mit Verkleidung kaum seitenwindempfindlich und verfügen häufig über wettergeschützten Stauraum. Dafür sind sie schwerer und haben drei Spuren, was sich beim Überfahren von Schlaglöchern oder Straßenbahnschienen störend bemerkbar macht. Ihre Breite macht sie beim Tragen über Treppen unhandlicher; zudem zwingt die Überbreite deren Fahrerwegen Pfosten oder geparkten Autos vom Radweg auf die Straße was jedoch völlig legal ist.

Doppellieger: Bei Liegeradtandems gibt es eine Vielzahl von Bauweisen. Bei einigen Modellen sitzen beide Fahrerinnen oder Fahrer in Fahrtrichtung; bei anderen nimmt der hintere Fahrer auf einem "normalen" Rad Platz, während der Frontmann oder die Frontfrau es sich auf einem Liegeradsitz bequem machen. Darüber hinaus gibt es Anfertigungen, bei denen der Hintermann gegen die Fahrtrichtung sitzt und dadurch gute Sicht nach hinten genießt. In dieser Position ist eine Unterhaltung zwischen beiden Fahrern einfacher, da die Köpfe dicht beieinander sind.

Transportliegeräder: Weniger bekannt sind Transportliegeräder zur Beförderung sperriger Güter oder großer Lasten. Zunehmend setzen auch Unternehmen Lastenliegeräder z.B. für Transporte auf dem Firmengelände oder für Lieferungen in Innenstädten ein.

Falter: Inzwischen gibt es die ersten Faltliegeräder im Handel, die sich auf ein kleines Packmaß falten lassen, und damit nicht die Probleme der teils sperrigen Liegeräder bei der Radmitnahme z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln haben.

Hecklenker: Liegeräder, bei denen das Hinterrad gelenkt wird, werden Hecklenker genannt. Sie sind bestechend kompakt, existieren aber wegen der technisch anspruchsvollen Lenkung nur in wenigen Ausführungen.

Bei vielen der genannten Grundtypen gibt es jeweils Varianten mit Lenker "oben" und solche, bei denen der Lenker unter dem Sitz angeordnet wird. Vom Normalrad kommend, ist der oben liegende Lenker anfangs vertrauter. Manche Fahrer empfinden den unten liegenden Lenker als angenehmer.

Liegeradsitze bestehen entweder aus mit Schaumgummi gepolsterten Glasfaserschalen oder aus einem Rohrrahmen mit gespannten Gurten oder Stoff. Wer eine vom Normalmaß deutlich abweichende Rückenlänge hat, muss darauf achten, dass der Schalensitz auch passt. Bei Schalensitzen sollte eine luftdurchlässige Sitzauflage für eine ausreichende Belüftung des Rückens im Sommer sorgen. Eine hohe Sitzposition und eine Steile Lehne ergeben eine bessere Übersicht im Verkehr und sind für die Mehrheit der Anfänger weniger gewöhnungsbedürftig.

Vor dem Kauf eines Liegerades sollte der Interessent zusätzlich zu den üblichen, beim Radkauf wichtigen Punkten (siehe auch Info-Clip Fahrradkauf) folgende Punkte beachten:

o Da die ungewohnten Fahreigenschaften erst nach einer Tagestour eingeschätzt werden können, ist ein Ausleihen des Wunschrades über ein Wochenende anzuraten. Die Leihgebühr sollte beim Kauf des Rades angerechnet werden. Eine Testfahrt vor dem Radladen reicht nicht aus!

o Ist die Sitzposition so verstellbar, dass sie für alle potenziellen Nutzer des Rades ausreicht?

o Sind Lenker und Bremsen gut zu erreichen?

Bei Menschen mit kurzen Beinen: Ist der Boden im Sitzen mit den Füßen erreichbar, oder muss man dazu vom Sitz rutschen?

Sollen auch schlechtere Wege gefahren werden, sind eine Federung und breite Reifen sinnvoll.

Hat die Bereifung eine gängige, leicht zu beschaffende Größe?

"Liegeräder", Übersicht über kommerziell erhältliche Liegeräder, 9,-DM, Liegeraddatei- Verlag, ISBN 3-9806385-1-0 "Das Liegerad", Gunnar Fehlau, Moby-Dick-Verlag, 3. Auflage 1996, 39,80 DM "Encycleopedia", Übersicht über Fahrradalternativen, 35,- DM + 8,- DM Porto, Bezug über KGB, Donnerschweerstraße 45, 26123 Oldenburg "Human Powered Vehicles Deutschland e.V.", Hippolytusstraße 7, 53840 Troisdorf

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Last changed: May 20, 2012