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Pressespiegel - Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.11.2013
HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text ist ein Ausriss
aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Ausgabe 02.11.2013. Wir
empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag
anzufordern.
Am Anfang ging das Licht aus
Ihre ersten Liegeräder haben Paul Hollants und Daniel Pulvermüller in
der Garage der Eltern gebastelt. Inzwischen bauen sie 1700 Räder im Jahr.
Von Franziska Hein
Eine gute Idee, Fachwissen und Geld - dieser Dreiklang entscheidet
darüber, ob eine Unternehmensgründung Erfolg hat. Im Fall des
Liegeradherstellers HP-Velotechnik aus Kriftel hatten Paul Hollants und
Daniel Pulvermüller schon als Teenager die Idee und das handwerkliche
Geschick, das erste Geld bekamen sie dann Jahre später in Form eines
Kredits von der Taunus Sparkasse. Heute ist HP-Velotechnik europaweit
führender Hersteller von Liegerädern. Das Unternehmen hat 30
Mitarbeiter, produziert 1700 Räder im Jahr und setzt vier Millionen Euro
um. Das Geschäftskonzept beruht auf dem Gedanken, Premiumqualität
anzubieten und sich die gut bezahlen zu lassen. Ein Liegerad, das
komplett nach den Vorstellungen des Kunden gebaut wird, kostet
mindestens 3500 Euro. Die motorbetriebenen E-Bikes sind von 7000 Euro an
zu haben.
Paul Hollants, heute Geschäftsführer von HP-Velotechnik, war 18 Jahre
alt, als er 1992 den Bundeswettbewerb des Vereins Deutscher Ingenieure
"Jugend und Technik" gewann. Zusammen mit Daniel Pulvermüller wollte er
ein überdachtes Fahrrad konstruieren. Aus Gründen der Aerodynamik bauten
sie ein Dreirad mit komfortabler Liegeposition. Und stellten dabei fest,
dass Liegeräder schon vor 100Jahren existiert hatten, in den dreißiger
Jahren aber mit dem Aufkommen des heute gängigen Fahrrads aus der Mode
gekommen waren. Der Entwurf und der Prototyp der beiden Jungen setzten
sich durch in dem Wettbewerb. Auf der Ausstellung der Sieger zeigten
erste Käufer Interesse.
Dach verschwand, aber das Liegerad wurde zur Geschäftsidee, und 1993
gründeten die beiden Tüftler ihr Unternehmen HP-Velotechnik. HP steht
einerseits für die Anfangsbuchstaben der beiden Nachnamen. Andererseits
bedeutet die Abkürzung HPV "human powered vehicle". Als Kreditgeber fand
sich die Taunus-Sparkasse, die sich von der Idee der Schüler überzeugen
ließ. Sie streckte 5000 Mark vor, damit die beiden eine gebrauchte
Drehmaschine kaufen konnten. Die tonnenschwere Maschine wurde in die
Garage der Pulvermüllers geliefert. "Am Anfang bekam die ganze Gemeinde
mit, wenn wir Metallrahmen herstellten", erzählt Hollants. "Die Maschine
brauchte so viel Spannung, dass immer kurz das Licht ausging, wenn wir
sie eingeschaltet haben." Das Geld, das sie mit den ersten
selbstproduzierten Liegerädern verdienten, investierten sie weiter. Ihr
Wirtschaftskundelehrer gehörte zu den ersten Kunden. Nebenher begannen
sie an der TU Darmstadt zu studieren: Hollants Wirtschaftsingenieurwesen
und Pulvermüller Maschinenbau. Er entwickelt bis heute die neuen Modelle.
Den Schritt von der Garagenwerkstatt zur industriellen Fertigung gingen
sie schon 1994. Auf einer Messe kamen die Jungunternehmer in Kontakt mit
einem Rahmenproduzenten aus Taiwan, wo die meisten Fahrradfirmen
vorproduzieren lassen. Um entsprechende Stückzahlen in Taiwan zu
bestellen, gewährte die Sparkasse einen weiteren Kredit von 30000 Mark,
für den Pulvermüllers Vater bürgte. Seither hat sich HP-Velotechnik als
führender Liegeradhersteller etabliert.
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