Agence Future Reisetagebuch 3.1: Afrika - Die Feldforschung in Westafrika

In Westafrika mußten wir die Art der Kontaktaufnahme mit den zu befragenden Experten, die Interviewtechniken und der Stil der Unterhaltung angepassen. Einige Fragen mußten neu formuliert werden, aber im großen und ganzen wurden Inhalt und Struktur des Fragenkatalogs beibehalten. Die Reaktionen darauf, daß ich (eine europäische Frau) die Fragen stelle, waren sehr gemischt, und manchmal überraschend.
Die Themen waren denen in den europäischen Interviews manchmal sehr ähnlich. Über Religion und Familie wurde wesentlich öfter gesprochen. Einige Themen, denen wir bereits in Europa begegnet waren, wie die Bedeutung von Kommunikation und Infrastruktur der Straßen, wurden unter neuen Aspekten besprochen. Generelle Erwartungen einer Veränderung tauchten hier öfter auf als in Europa. Es ist eine dünne Linie zwischen Hoffnung und Erwartung.
Wir führten Gespräche mit fünfzehn Spezialisten und wesentlich mehr mit Angehörigen der normalen Bevölkerung. Die erste Gruppe bestand unter anderem aus: Tidiane Ba, dem senegalesischen Vizevorsitzenden der UICN und Leiter des Institut de Science et Environement in Dakar; Bachir Kanoté, ein Städter in der ENDA, einer NRO für Stadtentwicklung; Dr. Inkum und Michael Ashanti der Abteilung 'Computerwissenschaft' der Kwame Nkrumah University of Science and Technology in Kumasi (Ghana); den niederländischen Unternehmern von 'X-plainer DC' in Accra; einem führenden Journalisten in Ouagadougou (Burkina Faso); einem amerikanischen Unternehmer in Bamako; dem Leiter des Landradios der Region Kayes (Mali) und dem Leiter eines Zentrums für Straßenkinder in Mopti (Mali).
Die zweite Gruppe, die wir interviewten, war ebenso gemischt: junge Männer aus der städtischen Umgebung des senegalesischen Küstengebietes, ein Präfekt aus Nordsenegal nahe der mauritanischen Grenze, die afrikanischen Feldforscher von ENDA, zwei Straßenjungen und einer ihrer Betreuer in Mopti, Männer aus den Dörfern von Dogon in Mali, die (manchmal europäischen) Kooperatoren von Organisationen für internationale Entwicklung oder NROs und diplomatische Vertreter.
Frauen kamen kaum vor. Wir haben vor, durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten lokalen oder europäischen Kollegen noch mit einer Gruppe von Frauen in diesen Ländern in Kontakt zu treten. Für die nächsten Abschnitte möchten wir mehr mit lokalen professionellen Dolmetschern arbeiten, um eine größere Gruppe von Interviewpartnern ohne Schulbildung zu erreichen, zu der oft Frauen gehören.
Die logistischen und theoretischen Aspekte des Projektes entwickeln sich weiter auf der Basis der ursprünglichen Ausgangspunkte, Fragen und Strukturen, die während des westafrikanischen Abschnittes der Feldforschung zusammengeführt worden sind. Für den Medienteil des Projektes wurden mehrere Artikel in "Science and Technology" und "Akademos" veröffentlicht. Da die elektronische Kommunikation extrem schwierig war, erschienen keine regelmäßigen Artikel in "De Morgen".
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