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Press Room - WDR ServiceZeit Verkehr 22. April 2003

The following report from the German Television WDR ServiceZeit Verkehr dated April 22nd, 2003 is documented here for archiving purpose. We recommend to visit the original site.

Liegeräder

von Volker Hein.

Joe Kelly auf dem Wavey Liegerad Es gibt viele verschiedene Arten von Liegerädern mit unterschiedlichen Sitz- und Lenkerpositionen. Manche Modelle haben eine eher aufrechte Sitzposition. Auf anderen Liegerädern nimmt man Platz wie auf einer Sonnenliege. In unserem Test haben wir drei verschiedene Modelle vorgestellt:

  • Das Wavey für rund 700 Euro, ein Einsteigermodell mit eher aufrechter Sitzposition.
  • Das Wizard 20 (in den Niederlanden „Hurricane“ genannt), ein sportliches Liegerad für um die 1.500 Euro.
  • Der Exot unter den Liegerädern: Das Alleweder mit drei Rädern und zuschaltbarem Elektromotor. Solche Liegeräder werden auch Velomobil genannt. Dieses Gefährt gibt es (als Bausatz und ohne Motor) ab 2.200 Euro. Für ein fertiges Fahrzeug mit Motor zahlt man 4.680 Euro.
Getestet wurden die Räder von Joey Kelly, dem Musiker und Extremsportler aus der Kelly Family. Dieses Jahr nimmt er am „Race Across America“ teil, einem Radrennen quer durch die USA. Auf einem Liegerad hat Joey Kelly zuvor noch nie gesessen.

Joe Kelly auf dem Wavey Liegerad im Testparcours Besonders einfach für den Anfänger ist das Wavey. Die Sitzposition ist dem normalen Fahrrad noch recht ähnlich. Sitz und Rückenlehne lassen sich gut einstellen. Der Lenker wird nah an den Körper herangezogen. Wichtig ist, dass der Abstand zwischen Sattel und Pedal stimmt. Vor dem Anfahren legt man einen kleinen Gang ein, tritt einmal kräftig in die Pedale und kommt in den meisten Fällen unerwartet schnell mit dem neuen Fahrgefühl zurecht. Das Wavey lässt sich bequem auch durch engere Kurven lenken.

Eher sportlich ausgelegt ist das Wizard 20. Das Fahren in extrem liegender Position verlangt mehr Übung. Je tiefer der Fahrer liegt, desto ungemütlicher wird es bei engen Kurven, Schlaglöchern und bei hektischem Stadtverkehr. Denn gerade dort wird ein sportliches Liegerad gerne übersehen. Auffällige Kleidung ist hier besonders wichtig.

Alle Liegeräder sollten übrigens einen Rückspiegel haben. Denn die Rückenlehne erschwert – etwa beim Abbiegen – den gewohnten Blick über die Schulter. Bei ruhigerem Verkehr und auf langen Strecken zeigen sich die Vorteile des Wizard 20. Dank der guten Aerodynamik erreicht man hier problemlos auch höhere Geschwindigkeiten. Damit der Ausflug nicht zur Tortur wird, ist eine gute Federung wichtig. Denn beim Liegerad werden Schläge nicht von den Beinen abgefedert, sondern direkt auf die Wirbelsäule übertragen.

Besonders bequem und ausgefallen fährt es sich im Alleweder. Mit dem zuschaltbaren Elektromotor schafft der Aluminium-Flitzer bis zu 45 Stundenkilometer. Der Strombedarf liegt bei 0,4 kWh. Das entspricht 0,3 Litern Benzin auf 100 Kilometern. Die Reichweite liegt, je nach Akku-Leistung, Fahrweise und Streckenbeschaffenheit, bei 20 bis maximal 100 Kilometern. Trotz Verkleidung ist das Alleweder noch erstaunlich wendig. Bei niedriger Geschwindigkeit sorgen die drei Räder für ausreichend Stabilität. Doch bei hohem Tempo haben Dreiräder ihre Tücken.

Bei Bergaufstrecken gilt für alle Liegeräder: Je flacher die Sitz- beziehungsweise Liegeposition, desto schwieriger ist das Fahren, da das Körpergewicht beim Liegerad nicht als Pedalkraft eingesetzt werden kann.

Fazit

Das Fahren im Liegen ist erstaunlich schnell erlernbar. Der Einstieg gelingt am besten mit dem Wavey. Für sportlichere Fahrten ist das Wizard 20 (Hurricane) empfehlenswert. Das von uns gezeigte Modell hatte einen Stahlrahmen. Mit Aluminiumrahmen (1.800 Euro) wird dieses Rad sogar bei Rennen gefahren. Das Alleweder ist bei Kurzstrecken eine denkbare Alternative zum Auto. Mit einem Verdeck lässt sich das Fahrzeug sogar regentauglich machen.

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Last changed: February 09, 2004