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Pressespiegel - Hannoversche Allgemeine Zeitung, June 10th, 1998
HP Velotechnik in the news: the following text is an excerpt from the German newspaper Hannoversche Allgemeine Zeitung as published on June 10th, 1998. We recommend to order the complete newspaper from the publishing house to read the whole story.
Ein ganz neues Fahrgefühl
Liegeräder immer beliebter / Schneller als normale Velos
Von Peter Barzel
Liegeräder gibt es schon fast so lang wie es Fahrräder gibt. Doch die aufkommende Automobilisierung und das Wettkampfverbot von Liegerädern im Radsport in den dreißiger Jahren führten zu einem Bruch in der Entwicklung. Wie bei "normalen" Fahrrädern gibt es deutlich Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen, die sich in verschiedene Typen einteilen lassen. Nicht auf jedem Liegerad liegt man, wie der Name vermuten läßt. Die Sitzposition reicht von fast aufrechtem Oberkörper bis zu schräg nach hinten liegender Haltung. Allen gemeinsam ist, daß die Füße sich nicht unter dem Gesäß befinden, sondern zum Treten nach vorne gestreckt werden. Vor allem aber bietet Liegeradfahren ein bisher ungekanntes Fahrgefühl: Bequem zurückgelehnt kann man die Welt erkunden.
Hauptmerkmal zur Unterscheidung ist die Lage von Vorderrad und Tretlager (Pedalen).
Beim Langlieger befindet sich das Vorderrad vor dem Tretlager. Daraus ergibt sich der lange Radstand, der zu ausgezeichnetem Geradeauslauf und unerreicht gutem Bremsverhalten verhilft und auch ohne Federung viel Komfort bietet. Allerdings macht die Länge von mehr als zwei Metern das Wenden und Transportieren aufwendiger.
Beim Kurzlieger ragt das Tretlager über das Vorderrad hinaus. durch den kürzeren Radstand ist es wendiger und nur etwa so lang wie ein "normales" Fahrrad. Mit der fortschreitenden Entwicklung von Federelementen fürs Fahrrad hat sich diese Bauform immer mehr durchgesetzt.
Dazwischen entwickelt sich zur Zeit eine Bauart mittlerer Länge mit sehr aufrechter Sitzposition und dem Tretlager über dem Vorderrad oder ganz kurz dahinter.
Zweites Merkmal zur Unterscheidung ist die Lage des Lenkers. Untenlenker haben den Lenker unterhalb der Oberschenkel, da wo die Arme infolge der Schwerkraft von selber hinwollen. Gerade als Neuling auf einem Liegerad fühlt man sich zu Anfang irgendwie ungeschützt dadurch. Und was auf Tour so bequem ist, kann in der Stadt lästig werden, wenn man das Rad auch schon mal schieben muß. Das geht besser mit den Oberlenkern - Lenker vor der Brust -, die auch auf Touren nicht unbequem werden müssen, wenn sie ergonomisch richtig positioniert sind.
Drittes Merkmal ist die Sitzhöhe und die Sitzneigung, die mit der Höhe des Tretlagers korrespondiert. Die Sitzhöhe liegt in der Regel bei 50 bis 60 cm über dem Erdboden. Die Übersicht ist ähnlich gut wie man sie vom Auto aus kennt. Bei Liegerädern mit sehr aufrechter Sitzhaltung liegt das Tretlager in der Höhe etwas unter der des Sitzes. Solche Liegeräder lassen sich von jedermann sofort fahren und ermöglichen einen guten Rundumblick. Autofahrer hingegen gaben Probleme mit Liegeradfahrern, weil sie leicht übersehen werden können. An einer Stange montierte Wimpel, wie man sie von Kinderrädern kennt, sind eine sinnvolle Hilfe.
Manchen hält bisher der Preis vom Kauf eines solchen Gefährts ab, der in der Regel jenseits von 3500 Mark beginnt, auch wenn man dafür dann auf einem hervorragend ausgestatteten Fahrrad durch die Lande rollen kann. Klaus Schröder aus Bergisch-Gladbach hatte sich deshalb das Ziel gesetzt, ein Liegerad zu konstruieren, das in der Stadt und auf Touren gefahren werden kann, mit dem jedermann sofort losfahren kann, und dessen Preis im Bereich eines höherwertigen Trekkingrades liegt.
Ergebnis ist das Kurzliegerad Wavey, das von Hersteller HP Velotechnik (Tel. 0 61 92/4 10 10, Fax 91 02 18) produziert und vertrieben wird. Es kostet in der Basisversion 1795 Mark. Für Schutzbleche, Beleuchtung und Gepäckträger muß man noch mal etwa 200 Mark rechnen, für die praktische, abschließbare Gepäckbox (30 l) ebenfalls 200 DM. Diese läßt sich allerdings bei weit nach hinten gestelltem Sitz schlecht öffnen. Anders als bei den meisten Liegerädern, bei denen zur Längenanpassung das Tretlager verschoben wird und dann die Kettenlänge angepaßt werden muß, kann beim Wavey der Sitz einfach und schnell verschoben werden. Damit können Personen verschiedener Größe das Wavey auch wechselweise nutzen. Kleinere, unter 1,70 m große, haben allerdings wegen des ansteigenden Rahmenrohres Schwierigkeiten, sich im Stand bequem abzustützen und sitzen sehr dicht hinter dem Lenker.
So einfach wie die Länge läßt sich auch die Sitzneigung verstellen: Aufrecht fahren mit guter Rundumsicht in der Stadt, mehr liegend und schnell fahren auf Tour. Das Sitzkissen könnte weiter zurück plaziert sein, um eine bessere Abstützung im Lendenwirbelbereich zu erhalten. Vom Sommer an soll solch ein verbesserter Sitz lieferbar sein. Alles in allem ist das Wavey ein ordentliches Liegerad für Einsteiger zu einem verhältnismäßig günstigen Preis.
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