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Press room - tour 09/2002

HP Velotechnik in the news: the following text is an excerpt from the German magazine "tour", issue 09/2002. We recommend to order the complete magazine from the publishing house to read the whole story.

tour testet Tieflieger

Tie(f)lieger

Text: Manuel Jekel; Fotos: Daniel Kraus

Der Rausch der Geschwindigkeit beginnt 30cm über dem Asphalt: Rennliegeräder sind extreme Geräte für ganz neue Speed-Erfahrungen. TOUR hat sich draufgelegt und fünf flache Flitzer getestet. Versuch einer Annäherung.

Eine Pause am Rande der Liegerad-Testfahrten. Ein schwarzer Prosche fährt vorbei, bremst plötzlich, hält an. Der Fahrer steigt aus und geht langsam auf das an eine Mauer gelehnte Fahrrad zu: Ein komplett aus Kohlefaser gefertigtes Modell des holländischen Herstellers M5. Staunend betrachtet er die Details des futuristischen Fahrzeugs: die Heckverkleidung, die Monoblade-Gabel, die faszinierende Optik des Fasermaterials. Der TOUR-Tester, der die Situation von der anderen Straßenseite aus beobachtet, denkt für einen kurzen Moment: Wie es wohl wäre, dem Mann eine Probefahrt vorzuschlagen? Im Gegenzug müsste er natürlich... Doch dann gewinnt der Gedanke an den Arbeitsauftrag wieder Oberhand. Außerdem: Aufregender als eine Trainingsrunde auf dem M5 kann Porsche fahren eigentlich nicht sein.

Szenen wie diese dürften passionierten Liegeradfahrern vertraut sein. Wer in der Horizontalen radelt, fällt eben auf. Das gilt besonders, wenn man mit einem Liegerad der Gattung "Tiefflieger" unterwegs ist. Mit Sitzhöhen unter 30cm und extrem flachen Sitzwinkeln sind diese Räder im Grunde genommen die wahren Rennmaschinen unter den Fahrrädern. Warum, das zeigt ein Blick auf den Tacho. Durchschnittstempo 40 in der Ebene? Selbst wer nur zweimal pro Woche aufs Rad steigt, hat damit nach einer gewissen Eingewöhnungsphase kein Problem. Mal eben auf 65 Kilometer pro Stunde beschleunigt und das Tempo ein paar hundert Meter halten? Auch für Nicht-Sprinter ist das eine machbare Übung.

Das Geheimniss der enormen Geschwindigkeit der Tiefflieger sind ihre im Vergleich zu normalen Fahrrädern überragenden aerodynamischen Qualitäten. Durch geringere Bauhöhe und flache Fahrerposition bieten sie dem Fahrtwind deutlich weniger Angriffsfläche als Rennräder. Wie entscheidend eine gute Aerodynamik von Fahrer und Rad in der Tempo-Frage ist, verdeutlicht ein kleiner Ausflug in die Physik. Wer doppelt so schnell fahren will, muss bereits den vierfachen Luftwiderstand überwinden. Und dazu ist die achtfache Leistung des Fahrers erforderlich. Weil der Luftwiderstand mit zunehmender Geschwindigkeit also immer größer wird, haben Liegeradfahrer im Kampf gegen den Wind einen entscheidenden Vorteil.

WENIGER WIDERSTAND

Diesen Zusammenhang konnte TOUR bereits 1994 in einem groß angelegten Windkanal-Vergleich verschiedener Fahrradkonzepte mit Zahlen untermauern. Im Bereich zwischen 30 und 45 Stundenkilometern liegt der gesamte Fahrtwiderstand - die Summe aus Luft- und Rollwiderstand sowie mechanischen Verlusten - bei einem unverkleideten Liegerad flacher Bauart samt Fahrer bereits um 16 bis 18 Prozent unter dem eines Rennradfahrers in Unterlenkerposition. Mit aerodynamischer Heckverkleidung sind es sogar 25 bis 30 Prozent. Mit anderen Worten: Die gleiche Leistung, die ein Rennradfahrer aufbringen muss, um 40 Stundenkilometer schnell zu fahren, beschleunigt einen heckverkleideten Tieflieger etwa auf Tempo 45. Klingt nicht nach viel? Auf einem Rennrad müsste der Fahrer seine Leistung dafür immerhin um rund 37% steigern.

Warum aber haben sich die Alternativ-Räder nicht als gängiger Fahrradtypus im Radsport durchgesetzt? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Wesentlich dürfte eine Entscheidung des Radsport-Weltverbandes aus dem Jahr 1934 gewesen sein. Danach wurden Liegeräder, ebenso wie jede Form von aerodynamischer Verkleidung, von der Teilnahme an Wettkämpfen mit "normalen" Fahrrädern ausgeschlossen. Begründung: Es handele sich nicht um Fahrräder im herkömmlichen Sinne. Durch diese bis heute nicht revidierte Entscheidung ließ das Interesse an der technischen Weiterentwicklung nach. Erst seit 1970 erlebten Liegeräder wieder eine Rennaissance.

Ein weiterer Grund dafür, warum sich sportliche Liegeräder bislang kaum als Rennrad-Alternative durchsetzen konnten, ist ihre geringe Alltagstauglichkeit. Mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr teilzunehmen, dessen Sitz nur knapp über den Boden schrammt, ist äußerst riskant. Nicht nur der eigene Überblick ist durch die niedrige Sitzposition eingeschränkt - vor allem rechnen andere Verkehrsteilnehmer kaum damit, von einem Radfahrer überholt zu werden, der den Kopf gerade mal auf der Stoßstangenhöhe trägt. Für Tieflieger sind deshalb abgesperrte oder extrem verkehrsarme Strecken ein Muss.

UMSTELLUNG BRAUCHT ZEIT

Wer nun Lust auf eine Probefahrt mit einem Liegerad bekommen hat, sollte sich darauf einstellen, dass sich nicht nur das Fahrverhalten, sondern auch die biomechanischen Abläufe beim Tretvorgang deutlich von denen beim Rennrad unterscheiden. So hört man zum Beispiel immer wieder, dass man mit Liegerädern angeblich nicht bergauf fahren kann. Oft wird dafür die fehlende Möglichkeit verantwortlich gemacht, in den Wiegetritt zu wechseln und so das Körpergewicht für den Vortrieb zu nutzen. Allerdings ist dieser Erklärungsansatz umstritten: Was den Wiegetritt beim Rennrad eigenltich attraktiv macht, ist nicht nur die Mobilisierung des Körpergewichts, sondern auch der Rückgriff auf andere, bisher unbelastete Muskeln, was allerdings nur vorübergehende Vorteile bietet. Vieles spricht hingegen dafür, dass die vermeintliche Bergschwäche des Liegerades durch spezifisches Training weitgehend kompensiert werden kann. Bis die Umstellung abgeschlossen ist, können allerdings einige Wochen, in Extremfällen sogar mehrere Monate vergehen, da die für das Treten in den Horizontalen erforderlichen Muskeln bei Aufrecht-Radlern in der Regel weniger entwickelt sind.

Dazu kommt, dass viele Liegerad-Neulinge am Anfang - ähnlich wie in einer Beinpresse - wie wild in die Pedale treten. Das vermittelt zwar zunächst beeindruckende Beschleunigungserlebnisse, doch schon nach kurzer Zeit machen die Oberschenkel "dicht" - nichts geht mehr. Ein Muskelkater gehört dann noch zu den weniger unangenehmen Folgen. Mancher Umsteiger hat eine zu ungestüme Fahrweise zu Beginn seiner Liegerad-Karriere schon mit schweren Gelenk- und Muskulaturproblemen bezahlt. Erfahrene Liegerad-Piloten raten deshalb zu bedächtigem Trainingsaufbau und - vor allem - niedrigen Übersetzungen mit hohen Trittfrequenzen.

UND DIE MORAL VON DER GESCHICHT...

Liegeräder haben das große Problem, dass sich ihr Reiz aufgrund ihrer Eigenheiten nicht immer auf Anhieb erschließt. Wer jedoch etwas Geduld mitbringt, dem eröffnen sich mit etwas Training völlig neue Perspektiven des sportlichen Radfahrens. Mögen die ersten Meter auch manchmal an den Selbstversuch "Wie fahre ich unter Alkoholeinfluss" erinnern, so kommt man schon nach einigen Wochen mit regelmäßigem Training in geradezu rauschhaften Tempo-Genuss. So erlebten es zumindest die beiden TOUR-Tester, die sich nach drei Wochen Liegerad-Erfahrung ein kleines Privatrennen mit einer Gruppe Rennradfahrern lieferten. Bei Dauertempo 50 dauerte es nicht lange, bis die Aufrecht-Radler einer nach dem anderen abreißen lassen mussten. Eine Chance sich in den Windschatten zu hängen, hatten diese nicht. Denn davon produzieren Liegeräder wegen ihrer niederigen Bauhöhe nicht genug.


Test: HP Velotechnik Speedmachine

Speedmachine Anders als die Konkurrenz im Testfeld ist die Speedmachine kein auf das wesentliche reduziertes Rennvehikel. Der Hersteller suchte bei der Konzeption vielmehr nach einem Kompromiss zwischen sportlichem Anspruch und Alltagstauglichkeit. Dieses Ziel wurde erreicht: Mit vergleichsweise hoher Sitzhöhe von 43 Zentimetern und zwischen 25 und 35 Grad verstellbarer Sitzneigung lässt sich das Rad halbwegs sicher im Stadtverkehr bewegen, ohne deshalb behäbig zu sein.

Ein weiteres Konstruktionsmerkmal, das auf ein breiteres Einsatzspektrum verweist, ist die Vollfederung, die alle Testfahrer begeistert hat. Vor allem das Federelement am Hinterbau "zähmt" das Rad im positiven Sinn. Selbst Bordsteine - sonst mit Liegerädern aus Rücksicht auf die Lendenwirbelsäule tabu - verlieren ihren Schrecken.

Schließlich - auch das ein Tribut an den Alltag - verfügt die Speedmachine als Ausstattungsoption über einen richtigen Kofferraum. Die "Speedbag" bietet immerhin 60l Stauraum und ist überdies aerodynamisches Hilfsmittel. Kleines Manko: Auf schlechtem Straßenbelag ist der Anbau ein Resonanzraum, der sich in unmittelbarer Nähe der Ohren befindet.

Auch wenn die Speedmachine kein Rennliegerad im engeren Sinne ist, vermittelt sie viel Fahrspaß. Das Rad lässt sich dynamisch beschleunigen, mit Lust durch Kurven bewegen und exzellent bremsen.

Fazit: Ausgereift, komfortabel, schnell - die Speedmachine ist eine gelungene Mischung aus Trainingsgerät und Nutzfahrzeug. Solche Konzepte könnten dem Liegerad aus der Nische helfen.

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Last changed: May 20, 2012