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Press room - aktiv Radfahren issue 10/2002
HP Velotechnik in the news: the following text is an excerpt from the German magazine aktivRadfahren, issue 10/2002. We recommend to order the complete magazine from the publishing house to read the whole story.
Auf die bequeme Tour
"Lehn' dich mal richtig zurück", ruft mir Paul Hollants von HPVelotechnik zu, als wir die erste Spritztour mit dem neuen "Spirit" unternehmen. Recht hat er. Jetzt fühle ich mich wohl. Denn gerade das satte Sitzen macht den besonderen Reiz dieser neuen Fahrradspezies aus, die von den einen "Sesselrad" und den anderen "Scooterbike" genannt wird.
Mit seinem "Spirit" haucht HPVelotechnik - bisher bekannt für hochwertige Reise- und Sportliegeräder mit Sitz in Kriftel bei Frankfurt - dieser neuen Fahrradgattung einen besonders professionellen Geist ein. Alles an diesem vollgefederten Tourenrad vermittelt Praxisnähe und handwerkliches Können. Der mit einer edlen, dunkelroten Lackierung überzogene sowie einer schlagfesten Pulverbeschichtung überzogene Rahmen ist perfekt. Die Verarbeitung: absolute Hochklasse. Alle Komponenten sind sinnvoll und entsprechen dem Einsatzzweck. Geschaltet wird mit einer Sram "DualDrive". Sie kombiniert eine Dreigangnabe mit einer 8-Gang Kettenschaltung zu 24 Gängen. Sicheres Bremsverhalten garantieren zwei mechanische Tektro-Scheibenbremsen, die am 16"-Vorderrad sowie am 20"-Hinterrad arbeiten. Der flotte Flitzer liegt voll im Trend: zu komfortableren Fahrrädern mit aufrechter, rückenfreundlicher Sitzposition und vorne liegenen Pedalen. Seine geglückte Harmonie aus ergonomischem Liegeradsitz, einem knapp unter der Sitzhöhe von 63 bis 72 cm liegenden Tretlager und einem verstellbaren Lenker ermöglicht eine ermüdungsarme und zugleich windschlüpfrige Körperhaltung.
Durch den niedrigen Rahmendurchstieg von 49cm und die ausgewogene Lenkgeometrie ist das Spirit auch für ungeübte Fahrer einfach und sofort zu fahren. Ein, zwei Minuten - schon dreht jeder seine ersten Runden sicher. Da der Gewichtstrimm stimmt, liegt das Vorderrad auch beim Anfahren satt auf. Durch gleichzeitigen, aus dem Rücken kommenden Knieschub aufs Pedal und beidseitigem Zug am Lenker sind sportliche Starts möglich. Aufgrund seiner kompakten Konstruktion besitzt das Spirit gute Geradeauslaufeigenschaften. Überraschend für mich ist seine gute Wendigkeit in engen Gassen. Das Zirklen um verwinkelte Hausecken zum Hinterhof muss ich allerdings solange üben, bis ich nicht mehr hängen bleibe. "Mit 170cm Länge ist das Spirit nicht größer als ein Trekkingrad. Praktisch, wenn man es mal in der Bahn mitnehmen oder in den Radkeller tragen möchte", erläuterte Paul.
Die Variabilität des Spirit verdient höchstes Lob: Es kann von Radlern mit 150 bis 200cm Körpergröße - und somit der ganzen Familie gefahren werden. Möglich macht das vor allem seine schnell durchzuführende Sitzverstellung: Der Sitz lässt sich auf einer über den Rahmen genieteten Aluschiene stufenlos verschieben. Zusätzlich können sowohl die Neigung der luftdurchlässigen und nachspannbahren Sitzlehne wie auch das dicke, anatomisch optimierte Sitzkissen voneinander unabhängig eingestellt werden. Ein Schnellspanner macht's möglich. Das während der Fahrt etwas kurz empfundene Sitzkissen (Paul: "Ein längeres würde vorn in die Oberschenkel drücken") lässt sich durch eine schrägere Lehne ausgleichen. Apropos Anpassbarkeit: Der Lenker lässt sich einige Zentimeter versenken, was das Steuern noch bequemer macht.
Für eine genussvolle Fahrt auf Asphalt aber auch auf schlechten Wegen sorgen einerseits die breiten, glatten Schwalbe "City Jet" Reifen. Andererseits die einstellbare Federung beider Räder: Vorne ist eine Stahlfeder unauffällig in das Stahlrohr integriert. Sie ermöglicht unbeschadetes Überfahren von Bordsteinen und hält mir (nach einer längeren Einfahrzeit) unangenehme Vibrationen vom Leib. Hinten schont ein hydraulisch gedämpftes Federelement die Bandscheiben und gewährleistet eine souverän-ruhige Straßenlage. Die Federung arbeitet vollkommen unbeeinflusst von Tretkräften.
Da das Spirit vor allem als Tourenrad konzipiert ist, interessiert natürlich die Gepäckkapazität. Zusammen mit Taschenspezialist Ortlieb entwickelte HPVelotechnik für den täglichen Bedarf einen Transportrucksack, der an der Lehne eingehängt wird. Für die größere Radreise wurde unter dem Testrad-Sitz ein kleiner Lowrider-Träger montiert. Darauf passen optimal zwei je 24 Liter Volumen bietende Packtaschen aus dem Ortlieb-Motorradprogramm, die mehr breit (hier braucht man ja keine Fersenfreiheit) als hoch sind. Sie spendieren beim HP eine Bodenfreiheit von 12cm, sind aber generell für Liegeräder ein super Tipp! Für Kleinwerkzeug, Handy und Schlüssel versteckte HP eine Reißverschlusstasche in der unteren Sitzlehne. Applaus für das Zubehör: Pedale mit einseitigem Klickeinsatz, Rückspiegel und nett klingende Klingel am Lenker. Plus eine überragend gute Beleuchtungsanlage von Busch und Müller. Mit Sensorautomatik, Standlicht hinten und vorn (!), kombiniert mit dem prima SON-Nabendynamo, einem guten Seitenständer sowie spoilerbestückten Radschützern.

Fazit: Lässig zurückgelehnt im wunderbar bequemen, an der Lehne luftdurchlässigen Sitz hat man stets alle Bedienelemente, den Verkehr und vor allem die Landschaft im Blick. Kopf und Nacken verweilen entspannt in einer natürlichen Position, die Hände ruhen locker auf dem Lenker - "Spirit"-Fahren ist Vergnügen pur. Es bietet erfrischendes Fahrvergnügen, ist für jeden Radlertyp, jedes Alter, für gemütliches Radeln auf der Kurz- und Langstrecke geeignet. Das müssen Sie Probe fahren!
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