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Pressespiegel - F.A.Z. 03.07.2007

HP Velotechnik im Spiegel der Medien: Der folgende Text ist ein Ausriss aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Ausgabe 03.07.2007. Wir empfehlen für die komplette Lektüre das Originalheft beim Verlag anzufordern.

Reisen mit dem Blick von unten

Kundenwunsch: Faltbar für den Kofferraum und höhere Sitzposition Weniger sportlich, dafür mehr Überblick

Von Hans-Heinrich Pardey

Wer mit dem Liegedreirad Scorpion von HP Velotechnik wie mit einem x-beliebigen Fahrrad radwandernd unterwegs ist, bekommt immer wieder die gleichen Fragen gestellt: Ob man denn keine Angst habe? Ob es nicht objektiv gefährlich sei, so niedrig über der Fahrbahn sitzend am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen? Nein, wirklich Angst haben wir nicht gehabt. Aber wir haben auf einer 600-Kilometer-Radreise Richtung Bodensee sehr wohl Unangenehmes erlebt.

Es ist zum Beispiel nicht schön, an einer kräftigen Steigung auf einer Landstraße an Tempo immer mehr zu verlieren. So etwas ist auch auf einem einspurigen Normal-Fahrrad nicht angenehm. Aber die Reaktionen der motorisiert Auflaufenden sind nicht derart von Panik geprägt, wenn sie glauben, mit einem Schlenker an dem langsamen Schmalspur-Reisenden vorbeizukommen. Wenn sie aber vor sich unterhalb der Gürtellinie ihres TDIs plötzlich etwas entdecken, das sie durch rund 85 Zentimeter Breite (genau sind es 83) beim Überholen zwingt, über den Mittelstreifen zu ziehen, dann geht das wilde Gehupe los. Dann wird - auch wenn nicht der geringste Verkehrsverstoß vorliegt - heftigst gefuchtelt, und es werden im Rückspiegel des Dreirads öfter ziemlich chaotisch wirkende Bremsmanöver eingeleitet. Somit war die konsequente Benutzung von Radwegen unsere Maxime auf der Fahrt entlang der Bergstraße, durchs Rheintal und in den Schwarzwald hinauf. Wobei es manchmal gar nicht so leicht ist, einen begleitenden Radweg überhaupt zu entdecken, wenn man so niedrig sitzt.

Höchst ärgerlich ist es, bei Regen auf einem solchen Seitenstreifen fahrend, Breitseiten von den durch die Pfützen preschenden Lkws abzubekommen - man sitzt wirklich punktgenau in Spritzrichtung und -höhe. Unangenehm ist es in engen, sich rechtwinklig schneidenden Gassen als Kreuzungsverkehr hinter geparkten Autos schlicht übersehen zu werden. Dagegen nützt auch ein grellfarbiger Wimpel an einer langen Stange nichts. Lästig ist es, das Dreirad bei älteren Wagenmodellen nur seitlich-hochkant ins Fahrradabteil eines Zuges bugsieren zu können. Das unangenehmste Erlebnis allerdings entsprang einzig und allein eigener Unaufmerksamkeit: Mit Flanier-Geschwindigkeit am Konstanzer Hafen entlangrollend, sind wir in die Absperrkette einer Einfahrt gefahren und haben diese Kette genau aufs Kinn bekommen. Glück gehabt, besser als in die Zähne oder auf die Brille, mussten wir uns sagen, aber mehr als einmal möchte man so eine Gewaltbremsung doch nicht haben.

Kann so ein Liegedreirad als Reiserad gelten? Aber ja. Wir würden sofort wieder mit einem auf Reisen gehen

Genug des Horrors: Kann so ein Liegedreirad als Reiserad gelten? Aber ja. Wir würden sofort wieder mit einem auf Reisen gehen - das heißt, die Wahl fiele nun aber wohl auf ein Scorpion fx. Der Zusatz des neuen Modells steht zunächst für faltbar: Nach Abnehmen des auf verschiedene Fahrer einstellbaren Schalensitzes und Lösen eines trickreich gesicherten Zentralgelenks lässt sich der vordere Teil des Rahmens auf den hinteren klappen. Das in übliche Autokofferräume passende Paket (102 × 83 × 69 Zentimeter, Gewicht modellabhängig, minimal rund 17 Kilogramm) lässt sich perfekt tragen und geht auch durch die Türen der Deutschen Bahn, hinter denen in der Mitte ein Geländerbügel lauert. In einen Smart passt das Scorpion fx, wenn man die Vorderräder abnimmt. Das hört sich gewaltig an, ist aber mit dem Lösen einer zentralen Inbusschraube getan - auch fürs Reifenflicken trotz Scheibenbremsen, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, eine Superlösung.

Die "Bodylink"-Schale des Scorpion fx befindet sich - ein Kundenwunsch - mit 35 Zentimeter Sitzhöhe 9 Zentimeter höher als bei dem länger erprobten Modell, wohingegen die Tretlagerhöhe mit rund 34 Zentimeter gleich geblieben ist. Die ist beim Scorpion, das sich Menschen zwischen 1,57 und 2 Meter Körpergröße binnen Minutenfrist anpassen lässt, von der eingestellten Rahmenlänge abhängig. Beim fx, und das ist für die Fahrcharakteristik bedeutsam, fällt aber die Tretlagerüberhöhung des bisherigen Scorpion buchstäblich flach. Man sitzt also nicht nur höher, sondern auch deutlich aufrechter, weniger nach hinten geneigt. Daher hat man auf dem fx die eigenen wirbelnden Beine nicht so im Blickfeld, aber auch nicht den vollen Bumms, der daraus resultiert, wenn der Punkt, um den die Füße kreisen, höher liegt als der Po. Weil der Schwerpunkt des fx höher ist, sticht man instinktiv in Kurven einen Tick gemütlicher hinein.

Keine Frage, das nicht faltbare Scorpion ist das schnellere, sportlichere Modell, das fx ist mit besserer Übersicht und Platz für vier niedrig angebrachte Packtaschen, ganz abgesehen von der Faltbarkeit, als Reiserad vorzuziehen. Es bietet vielleicht nicht die gleiche Kurvengeschwindigkeit, hat sich aber beim Fahren völlig den Federungskomfort und die Handlichkeit (Wendekreis: 3,90 Meter) des ursprünglichen Modells bewahrt. Und es imponiert wiederum mit der Verarbeitungsqualität, die zum zweiten Mal den Kriftelern den ersten Platz bei der Lieferantenbewertung durch Fahrradhändler des Branchenverbandes VSF einbrachte.

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Letzte Änderung: 01.02.2008