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Darmstadt, an einem milden Frühlingstag im Mai 2008: Ein ganzes Stadtviertel ist abgesperrt, statt neugieriger Passanten säumen die Spezialisten einer 45-köpfigen Filmcrew die Straßen. Mittendrin, lässig zurückgelehnt, der Schauspieler Max Riemelt (Die Welle, Napola) auf seinem Liegedreirad Scorpion. Wenig später erfüllt das Knattern des Kamera-Motorquads die Luft, während Riemelt den Scorpion immer wieder rasant um eine Hausecke steuert, bis Frieder Wittich schließlich mit seinem "Danke, das war’s!" dem Team am Filmset eine kurze Kaffeepause gönnt.
Regisseur Wittich, der in der hessischen Universitäts-Stadt die Studentenkomödie 13 Semester dreht, wollte für die Schlüsselszenen moderne Liege-Trikes in seinem Film haben und mit der Liegeradperspektive frischen Wind in die Action-Aufnahmen bringen.
Monate vor dem Drehbeginn besuchten der Regisseur, Hauptdarsteller Max Riemelt und die Spezialisten für die Außenrequisite und Stuntkoordination die Liegeradmanufaktur HP Velotechnik in Kriftel, um die passenden Fahrzeuge auszusuchen. Mehrere gleiche Trikes, zum Teil mit Sonderaufbauten oder extra eiernden Vorderrädern, wurden danach gebaut. Schließlich setzte das Filmteam dann nicht nur auf die Dreiradtechnik aus Kriftel, sondern engagierte auch gleich die beiden Firmengründer für den Film und es stand fest: Paul Hollants bekommt eine Rolle als Dreiradfahrer mit einem 10 Sekunden-Sprechauftritt im Film, Daniel Pulvermüller fährt als Stuntdouble für Max Riemelt.
Am Drehtag wird Daniel Pulvermüller für die Ramm-Szenen der Verfolgungsjagd mit der Perücke und den Kleidern der Hauptfigur "Momo" ausgestattet, während Paul Hollants in die Schuhe und Hosen der Darstellerin Petra Quednau steigt. Spätabends verlängern die starken Filmscheinwerfer das Tageslicht für die letzten Detailaufnahmen. Während der Taxifahrer-Darsteller Alexander Fehling schon wieder im Flugzeug nach Berlin sitzt, springt Hollants auch hier als Fußdouble ein und tritt gefühlte 20 Mal kraftvoll aufs Bremspedal des alten Taxis - und bremst im Film somit quasi vor sich selbst. Unterdessen fahren die Tonleute Extrarunden mit dem Scorpion, um den Klang von Schaltung und Bremsen auf die Tonspur zu bekommen. Schließlich heißt es dann auch für den Actionstar Scorpion: Danke, abgedreht – demnächst im Kino.
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Der Film
Von der Provinz in die Freiheit: Der Studienplatz für Wirtschaftsmathematik führt die beiden Freunde Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek) vom elterlichen Ausflugslokal in Brandenburg an die TU in Darmstadt und damit mitten hinein ins Studentenleben. Dazu gehören für Momo allerdings auch viel zu schwierige Vorlesungen, sein nervender Mitbewohner Bernd, seine Traumfrau Kerstin, Geldmangel und eine daraus resultierende vermeintlich geniale Geschäftsidee. Der ersten Orientierungsphase folgt schnell komplette Orientierungslosigkeit und während Dirk in Vorlesungen, Hausarbeiten und Tutorien aufgeht, beginnt für Momo die semesterübergreifende Suche nach dem Platz im Leben und anderen Kleinigkeiten. Regisseur Frieder Wittich hat eine charmante Studentenkommödie inszeniert, die von der Twentieth Century Fox ab 07. Jannuar 2010 in die Kinos gebracht wird. Mehr zum Film unter www.13semester.de.
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